Seit knapp 30 Jahren ist die Geldservice Austria (GSA) für weite Teile der Bargeldlogistik in Österreich verantwortlich. Mit der neuen Initiative „Bargeldfreundlicher Betrieb“ will das Tochterunternehmen der Österreichischen Nationalbank die Sichtbarkeit von Bargeld in der Gastronomie erhöhen. Ziel ist es, die Wahlfreiheit beim Bezahlen zu betonen und Barzahlung als gleichwertige Zahlungsform zu positionieren. Das gelte besonders in der Gastronomie, wo Bargeld eng mit Trinkgeldkultur, persönlichem Service und Wertschätzung verbunden sei.
Interessierte Betriebe können über die GSA kostenlose Materialien anfordern, die Gäste darauf hinweisen, dass Barzahlung im Lokal ausdrücklich willkommen ist. Unterstützt wird die Kampagne vom Fachverband Gastronomie in der Wirtschaftskammer Österreich (WKO).
Trinkgeldverhalten variiert je nach Zahlungsmittel
„Nach einem guten Essen die Rechnung samt Trinkgeld bar zu bezahlen, ist eine einfache Möglichkeit, Anerkennung für gutes Service auszudrücken. Unsere Beobachtungen zeigen, dass bei Kartenzahlungen häufig weniger Trinkgeld gegeben wird“, sagt Heimo Ertl, Geschäftsführer der GSA in Wien. Mit der Initiative wolle man Betriebe dabei unterstützen, Gäste freundlich auf die Möglichkeit der Barzahlung hinzuweisen. Bargeld verbinde Menschen – und gerade beim Trinkgeld bleibe Barzahlung für viele Gäste die persönlichste Form der Wertschätzung.

Heimo Ertl, Geschäftsführer der GSA in Wien. © Verena Prinz
„Nach einem guten Essen die Rechnung samt Trinkgeld bar zu bezahlen, ist eine einfache Möglichkeit, Anerkennung für gutes Service auszudrücken.“
Für den Fachverband Gastronomie der Wirtschaftskammer Österreich ist die Zusammenarbeit mit der GSA beim Thema Barzahlung ein starkes Zeichen für die Unterstützung der heimischen Gastronomie. „Unsere Gastronom*innen wollen ihren Gästen größtmögliche Flexibilität bieten – der Kunde ist König, das gilt selbstverständlich auch beim Bezahlen. Gleichzeitig ist Barzahlung für viele Betriebe im Alltag nach wie vor wichtig: Sie ist einfach, direkt verfügbar und unterstützt schnelle Abläufe im Service“, betont Alois Rainer, Obmann des Fachverbands Gastronomie in der WKO in Wien. Die Initiative sei kein Signal gegen Kartenzahlung, sondern ein Bekenntnis zur Wahlfreiheit. Gäste sollen bezahlen können, wie sie möchten, und Betriebe sollen sichtbar machen können, dass Bargeld bei ihnen willkommen ist.
Studie bestätigt Bargeld-Beliebtheit
Um das Thema Bargeld in der Gastronomie mit konkreten Zahlen zu hinterlegen, gab die GSA bei Marketagent eine repräsentative Studie in Auftrag. Rund 75 Prozent der Umfrageteilnehmenden gaben an, häufig bar zu zahlen. Junge Menschen zwischen 14 und 29 Jahren greifen demnach wesentlich öfter zur Karte oder zu Mobile-Payment-Methoden als andere Altersgruppen. Die Umfrage zeigt auch, dass bei einem durchschnittlichen Konsumationsbetrag von 48 Euro bei Kartenzahlung (14,9 Prozent) und Mobile Payment (16 Prozent) mehr Befragte kein Trinkgeld geben als bei der Barzahlung (1,8 Prozent). Umgekehrt runden 57 Prozent der Barzahler auf 50 Euro auf – bei den anderen Zahlungsmethoden ist es nicht einmal mehr jeder Zweite.
Gründe für Bargeld: Überblick und Datenschutz
Beweggründe für die Beliebtheit der Barzahlung sind die rasche Zahlungsabwicklung (55 Prozent) sowie die bessere Kontrolle über die Ausgaben (63 Prozent) im Vergleich zu elektronischen Zahlungsmethoden. Zudem äußerten knapp 40 Prozent der Befragten Bedenken gegenüber einer potenziellen Weitergabe persönlicher Informationen an Dritte bei Kartenzahlung. Dass Bargeld auch in Zukunft ein Teil der österreichischen Gastronomie bleiben soll, befürworten 90 Prozent der Befragten. Die Initiative richtet sich an Gastronomiebetriebe aller Größen und Betriebsformen. Die Teilnahme ist freiwillig und kostenlos. Interessierte Betriebe können sich laufend informieren und die Materialien über die Kanäle der GSA oder der Wirtschaftskammer beziehen.