Ein Weinpreis darf ruhig auch beim Essen überzeugen, finden Sie nicht? Beim Vineus-Jubiläum im Loisium in Ehrenhausen tat er das: Die ÖGZ war am 21. September vor Ort, und – was soll man sagen – das Essen war hervorragend! Ein guter Rahmen für einen Abend also, der jene Menschen würdigte, die Wein erzeugen, erklären und ihren Gästen näherbringen.

Seit 15 Jahren vergibt Transgourmet Österreich den Vineus Wine Award. Zum Jubiläum wurden mit Simone Furtlehner und Peter Grill zwei Nachwuchstalente ausgezeichnet, mit dem Weingut Tement ein Betrieb, der Wein und Gastlichkeit verbindet, und mit Benjamin Buxbaum ein Gastronom mit ausgeprägter Weinkultur. Der Preis für das Lebenswerk ging an Hans Nittnaus.

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Panholzer: Wein will auch vermittelt werden

Die Idee zum Vineus entwickelten Transgourmet-Österreich-Geschäftsführer Thomas Panholzer und Silvia Petz gemeinsam. Ihr Anliegen: Menschen hinter dem Wein bekannter machen und insbesondere jungen Winzerinnen und Winzern Aufmerksamkeit verschaffen. Seit 2023 werden auch Nachwuchskräfte aus der Sommellerie ausgezeichnet. Mit den Jahren hat sich der Fokus des Preises erweitert. „Heute geht es nicht mehr nur darum, was im Glas ist, sondern auch darum, wie Wein vermittelt, präsentiert und erlebt wird“, sagt Panholzer. „Diese Vielfalt wollen wir mit dem Vineus abbilden.“ Für die Gastronomie liegt darin ein vertrautes Thema: Zur guten Flasche gehören Beratung, passende Speisen und ein Service, der Gästen Lust aufs Entdecken macht.

Zur „Newcomer Sommeliere des Jahres“ wählte das Publikum Simone Furtlehner. Ihr beruflicher Weg begann in der Küche. Das dort entwickelte Gespür für Aromen und ihr Zusammenspiel bringt sie heute in die Weinberatung ein. Bei Mother Rock Wines in Südafrika sammelte sie zudem Erfahrung bei der Lese und im Keller. Mittlerweile arbeitet Furtlehner als Diplom-Sommelière im Weingut Thomas Niedermayr in Eppan in Südtirol. Gemeinsam mit Helena Jordan bietet sie unter dem Namen „Madeleine Momente“ auch Weinerlebnisse bei Gästen zu Hause an.

Thomas Panholzer, Geschäftsführer Transgourmet, Newcomer Winzer des Jahres Peter Grill und Andreas Hayder, Abteilungsleiter Getränke, Category Management und Einkauf
Thomas Panholzer, Geschäftsführer Transgourmet, Newcomer Winzer des Jahres Peter Grill und Andreas Hayder, Abteilungsleiter Getränke. © Michael Jurtin für Transgourmet

Auch über den „Newcomer Winzer des Jahres“ entschied das Publikum. Der Titel ging an Peter Grill aus Leutschach an der Weinstraße. Gemeinsam mit seiner Familie bewirtschaftet er rund zwölf Hektar Rebfläche am Eichberg. Im Mittelpunkt seiner Arbeit stehen die Herkunft der Weine und die Arbeit im Weingarten. Für Grill bringt die Auszeichnung neben Aufmerksamkeit auch konkrete Unterstützung: Transgourmet Österreich stellt ihm ein Forcierungspaket im Wert von 17.000 Euro zur Verfügung.

Den Preis für das „Genuss-Erlebnis am Weingut“ erhielt das Weingut Tement. Die Familie hat für ihre Winzarei acht alte Winzerhäuser renoviert. Frühstück im Picknickkorb, Pool und Sauna ergänzen das Angebot; mit dem Wirtshaus am Zieregg kommt die gastronomische Seite dazu. Die Auszeichnung rückt damit einen Ansatz in den Mittelpunkt, der sehr interessant ist: Gäste können den Wein dort kennenlernen, wo er entsteht, dazu essen und über Nacht bleiben. Aus einer Verkostung wird ein Aufenthalt.

© Michael Jurtin für Transgourmet

Benjamin Buxbaum: Weinkultur bis zum passenden Glas

Der Trinkwerk-Goliath ging an Benjamin Buxbaum und sein Restaurant Buxbaum im Wiener Heiligenkreuzerhof. Transgourmet Trinkwerk würdigte unter anderem die Beratung und Weinbegleitung, die Auswahl mit Jahrgangstiefe und Großformaten sowie faire Kalkulation und gepflegte Glaskultur. Auch alkoholfreie und alkoholreduzierte Alternativen flossen in die Begründung ein. Gerade diese Kombination macht die Auszeichnung bemerkenswert. Eine Weinkarte bewährt sich ja schließlich am Tisch: bei der Empfehlung, beim Preis und beim Umgang mit Gästen, die weniger oder keinen Alkohol trinken möchten. Buxbaums Preis fiel jedenfalls großzügig aus: eine 18-Liter-Flasche Comondor 2017 von Hans Nittnaus.

Hans Nittnaus selbst wurde mit dem Vineus für sein Lebenswerk geehrt. Der Winzer aus Gols gehört zu den prägenden Persönlichkeiten des burgenländischen Qualitätsweinbaus. Mit dem 1990 geschaffenen Comondor setzte er ein weithin beachtetes Zeichen für österreichischen Rotwein. Ebenso wichtig war seine Rolle bei der Entwicklung von Pannobile: Die Winzervereinigung stellte heimische Rebsorten und regionalen Charakter in den Mittelpunkt. Die Laudatio hielt Sommelier Simon Schubert. Mit Nittnaus ehrte der Vineus damit einen Winzer, dessen Einfluss weit über den eigenen Betrieb hinausreicht. Für die ausgezeichneten Nachwuchskräfte ist das eine beachtliche Gesellschaft und für Gastronomen ein Anlass, sich neben den bekannten Namen auch Simone Furtlehner und Peter Grill zu merken.