Mit 34 Häusern, davon 25 in Deutschland, ist die familiengeführte Hotelgruppe – neben vielen anderen Goodies – vor alle auf dieses Konzept ausgerichtet

Sie sind eine der bekanntesten deutschen Hotelketten, wurden 1967 gegründet (das erste Haus eröffnete zwei Jahre später), und sind bis heute familiengeführt: Die Maritim Hotels, ihres Zeichens die größte private Hotelkette der Bundesrepublik. Vor kurzem weilten sie in Wien, wo Prisca Ruf, die Maritim-Verkaufsdirektorin für die Schweiz & Österreich, sowie Laszlo Dernovics, Leiter der DZT (Deutsche Zentrale für Tourismus)-Auslandsvertretung Österreich & Slowakei sowie Regional Manager für Südosteuropa, in kleiner Runde zu einem Mittagessen ins Restaurant „Motto am Fluss“ gebeten hatten. Wie Laszlo Dernovics dabei betonte, sind die Maritim Hotels „seit Jahren Mitglied der DZT“.

Der Fokus der Maritim Hotels (insgesamt 34 große Stadt- und Kongresshotels, Flughafenhotels sowie Ferien- und Resorthotels in 8 Ländern) lag deshalb – also wegen der DZT – auf Deutschland, wo die Gruppe 25 Häuser ihr Eigen nennt. Für das internationale Geschäft ist die Tochtergesellschaft Hotel Management Services International (HMS) verantwortlich, mit Maritim Hotels in Ägypten, Bulgarien, Italien, Malta, Mauritius, China und Albanien. Eigentümerin und Vorsitzende des Aufsichtsrats der Maritim Gruppe ist Monika Gommolla, deren Vater, der 1994 verstorbene Hans-Joachim Gommolla, das Unternehmen seinerzeit gründete.

Zu Hause im 4- bis 5-Sterne-Segment richten sich die 2025 rund 390,4 Mio. Euro Umsatz erwirtschafteten und rund 5.700 Mitarbeiter:innen großen Maritim Hotels sowohl an Geschäfts- als auch an Freizeitreisende. Ein besonderes Merkmal ist das Konzept „Tagen und Wohnen unter einem Dach“. Mit mehr als 440 Veranstaltungsräumen – fast alle davon laut Prisca Ruf mit Tageslicht – ist das kein Wunder.

„Wir haben außergewöhnliche Standorte“, betonte Prisca Ruf, die als Beispiele das vor drei Jahren eröffnete Maritim Hotel Ingolstadt anführte, das überaus zentral liegt, mit Blick auf die Donau, bestens für Österreicher:innen erreichbar und das direkt an das moderne „Congress Centrum Ingolstadt“ angebunden ist. Oder das Maritim Hotel & Internationales Congress Center Dresden, das mit einer beeindruckenden Architektur aufwartet. Es befindet sich an der Elbe in zentraler Nähe zur Altstadt. Prisca Ruf: „Dresden ist eine Destination, die ich jedem ans Herz legen möchte.“

Ebenso sind alle Maritim Hotels mit eigenen Pools ausgestattet. „Man kann richtig Längen schwimmen“, zeigt sich Prisca Ruf angetan. Viele Häuser verfügen zudem über eigene Wellnessbereiche, Fitnessräume etc.

Die größten Maritim Hotels sind jenes in Stuttgart mit 555 Gästezimmern, gefolgt von Düsseldorf (533 Zimmer) und Köln (518 Zimmer). Das neue Hotel in Amsterdam wäre mit 579 Zimmern zwar das größte gewesen, doch wurde der Pachtvertrag mit dem geplanten Maritim Hotel Amsterdam Mitte Oktober vorigen Jahres aufgelöst. „Dieser Schritt ist nach vielen Jahren intensiver Arbeit an dem Hotelprojekt äußerst bedauerlich“, betonte damals die Gruppe, die sich aber aufgrund von „andauernden baulichen Mängeln und der damit wiederholt verzögerten Übergabe des Gebäudes“ zur Aufkündigung entschieden hatte. Prisca Ruf: „Wir konnten das den Kund:innen nicht zumuten.“ Zum Zeitpunkt der Pachtvertragskündigung zählte das Maritim-Voreröffnungs-Team bereits 152 Mitarbeiter:innen, die in den Bereichen Reservierung, Frontoffice, Eventmanagement, Service, Küche sowie Wellness & Spa tätig waren.

Zurück zur Gruppe, in der Nachhaltigkeit laut Prisca Ruf „großgeschrieben wird.“ So setzt Maritim im Bereich Umwelt auf die Umrüstung auf LED-Beleuchtung, die zu deutlichen Energieeinsparungen führt, es wird Fernwärme oder Erdgas statt Heizöl eingesetzt, es gibt wassersparende Armaturen und Toiletten sowie die konsequente Mülltrennung und Recycling. Prisca Ruf: „Wir haben 65 % weniger Plastik als früher, alle Hotels sind mit dem ‚GreenSign‘ zertifiziert, und 21 Hotels in Deutschland wurden bislang mit E-Ladestationen ausgestattet.“ Nachsatz: „Das versteht sich fast von selbst.“

Ein sichtbares Gästeprogramm ist die Initiative „ProTomorrow“, die 2010 als Richtlinie für mehr Nachhaltigkeit eingeführt wurde und Anfang 2022 für die Gäste kam. Mit „ProTomorrow“ können Gäste bei mehrtägigen Aufenthalten täglich entscheiden, auf die Zimmerreinigung zu verzichten. Die dadurch eingesparten Ressourcen (Wasser, Energie und Reinigungsmittel) werden mit der Unterstützung regionaler Umwelt- und Sozialprojekte verbunden. Als Dankeschön erhalten die Maritim-Gäste eine kleine Aufmerksamkeit.

Zum Abschluss erzählte DZT-Manager Laszlo Dernovics noch eine selbst erlebte Story, wie sehr sich die Maritim Hotels um ihre Gäste bemühen: „Vor Jahren bin ich im Maritim proArte Hotel Berlin – nahe dem Brandenburger Tor – eingecheckt, spät abends angekommen, weil wir eine überaus mühsame Anreise hatten. Auf die Frage des Rezeptionisten ‚Hatten Sie eine gute Anreise?‘ gab ich ihm deshalb ein schroffes ‚Nein‘ zur Antwort.“ Das weitere Vorgehen des Rezeptionisten verblüffte: „Dann tun wir etwa Gutes für Sie“, meinte er, „wir geben Ihnen ein Upgrade!“ Diese Story kannte nicht einmal Prisca Ruf.

Und wie kamen die Maritim Hotels zu ihrem Namen? Ganz einfach: Das erste Hotel des Unternehmens wurde 1969 mit dem Seehotel in Timmendorfer Strand eröffnet und es führte wegen seiner Seelage (maritim) zum Namen und zum Logo der Gesellschaft.

Maritim Expansion im Ausland

Die Maritim Hotels erzielten 2025 einen weltweiten Umsatz von 468,4 Mio. Euro (in obigen Artikel wird nur jener von Deutschland angeführt). In der Bundesrepublik lag der Fokus auf Modernisierung und Erweiterung der Hotels, international wurde wieder expandiert. Nach der Corona-Pandemie war das Maritim-Auslandsportfolio zunächst stark geschrumpft. Doch mit Eröffnung der Maritim Hotels im chinesischen Taicang (rund 48 km nordwestlich vom Zentrum Shanghais), in Vlora (einer Hafenstadt in Südalbanien am Übergang zwischen Adria und Ionischem Meer), dem zweiten Hotel in Bulgarien und im süditalienischen Kalabrien (die Hotelgruppe übernahm dort den ehemaligen Club Aldiana) wuchs die Zahl der Maritim-Auslandsziele wieder. Die internationale Expansion wird weiter vorangetrieben, allen voran im Mittelmeerraum, im Mittleren Osten und in der Karibik. Besonders dynamisch hat sich das Geschäft in Albanien entwickelt, wo Maritim seit 2019 das 5-Sterne Maritim Hotel Plaza Tirana betreibt und das bislang umsatzstärkste Jahr seit der Eröffnung auswies.