Es handelt sich in Wahrheit um ein unverhandelbares Ritual und trotzdem streitet Italien darüber. Auslöser für den Glaubenskampf ist der italienische Physik-Nobelpreisträger Giorgio Parisi. Es geht um die Frage, ob Pasta, wenn ihr Kochwasser zum Sieden gebracht worden ist, nicht ganz gut auch „passiv“ garen kann. Moment, das ist doch gar keine schlechte Idee in Zeiten hoher Gaspreise, oder? Feuer aus, Pasta rein, Deckel drauf und warten. Die Methode hat auch einen Namen: „Cottura passiva“. Parisis Pasta-Forschung habe ergeben, dass Spaghetti & Co lediglich eine Minute länger im Wasser verbleiben müssen, als auf der Packung angegeben. 

Ein erbitterter Gegner Parisis ist Sternekoch Antonello Colonna. Der spricht im Corriere della Sera von einem „Angriff auf den Gusto“. Nobelpreis in Ehren, sagt er, aber vom Kochen habe Parisi keine Ahnung. Pasta, die im abkühlenden Wasser gare, werde gummig und schlaff, so Colonna. Wir sagen, probieren Sie’s aus!

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