Reinhard Feigl, 41, hat am 15. Mai in Vorarlberg die Österreichische Biersommelier-Staatsmeisterschaft gewonnen. Der Mitgründer des Leopoldauer Brauhandwerks in Wien-Floridsdorf setzte sich im Finale gegen neun weitere Finalistinnen und Finalisten durch und qualifizierte sich zugleich für die Biersommelier-Weltmeisterschaft 2027, die erstmals in Österreich stattfinden wird.

Der Wettkampf gliederte sich in nicht öffentliche Vorrunden, ein Halbfinale und ein Finale. In den Vorrunden, ausgetragen in der Mohrenbrauerei in Dornbirn, mussten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Bierproben auf typische und untypische Aromen analysieren, Biere per Blindverkostung verschiedenen Bierstilen zuordnen und einen anspruchsvollen Theorietest absolvieren. Die zehn besten Biersommeliers qualifizierten sich damit sowohl für das Halbfinale als auch automatisch für das österreichische Nationalteam zur Weltmeisterschaft 2027.

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Im Halbfinale traten die Qualifizierten in K.-o.-Duellen gegeneinander an und präsentierten jeweils ein unbekanntes Bier vor einem 20-köpfigen Fachpublikum. Die fünf Sieger sowie der beste unterlegene Teilnehmer zogen ins Finale ein, das ins Veranstaltungszentrum Frödischsaal in Zwischenwasser/Muntlix verlegt wurde. Dort überzeugte Feigl die siebenköpfige Fachjury mit seiner Präsentation des „Austrian Amber Ale“ vom Salzburger Brauhaus Gusswerk. Auf Platz zwei folgte Julian Selinger mit dem Tiroler „Zillertaler Schwarzes, Premium Classe“, den dritten Platz belegte die Steirerin Katharina Marterer mit dem „Loncium Freepa Alkoholfreies IPA“.

Starkes Nationalteam für die Heim-WM

Neben dem Staatsmeistertitel stand in Vorarlberg auch die Zusammensetzung des österreichischen Nationalteams für die „9th World Championship of Beer Sommeliers 2027″ auf dem Spiel. Der Bewerb wird übrigens erstmals in Österreich ausgetragen. Das qualifizierte Nationalteam umfasst Vertreterinnen und Vertreter aus sechs Bundesländern: Stefan Egermann (Burgenland), Reinhard Feigl und Thomas Franzke sowie Johannes Keller und Julian Selinger (alle Wien), Ursula Huber-Kainz (Niederösterreich), Katharina Marterer (Steiermark), Albert Mühlwerth (Vorarlberg), Martin Seidl und Sebastian Voglmayr (beide Oberösterreich).

Das Nationalteam für die Heim-WM.
Das Nationalteam für die Heim-WM. © pirart.at

Die Jury bestand aus Fachleuten der österreichischen Brauwirtschaft, darunter Florian Berger, Geschäftsführer des Verbands der Brauereien Österreichs, Braumeister Andreas Urban, Präsident des Bunds Österreichischer Braumeister und Brauereitechniker, sowie Oliver Klamminger, Staatsmeister 2024 und Kapitän des österreichischen Nationalteams, das 2025 als beste Nation beim World Cup of Beersommeliers abschnitt. Klamminger zeigte sich mit der Entscheidung zufrieden: „Es war schön, die Staffel zu übergeben, weil wir mit Reini einen würdigen Staatsmeister haben, der das Team 2027 in eine hoffentlich erfolgreiche Heim-WM führen wird.“

Ausbildungsmodell mit internationaler Strahlkraft

Verbandschef Berger hob die strukturelle Bedeutung des Bewerbs hervor: „Dieses Team ist die beste Werbung für heimische Bierkultur und beweist einmal mehr, dass das Bierland Österreich weltweit auch führend in Sachen Bierwissen ist.“ Der Verband der Brauereien betreibt seit 2006 ein Ausbildungsprogramm zum zertifizierten Biersommelier, das nach eigenen Angaben als Vorbild für Länder inner- und außerhalb Europas gilt.

Staatsmeister Feigl dankte nach dem Sieg neben dem Verband auch seinen Teamkolleginnen und -kollegen sowie seiner Familie: „Meine Tochter und meine Frau haben in der wochenlangen Vorbereitungszeit sehr viel Verständnis aufgebracht und mir sehr viele Biere eingeschenkt.“