Die neue Bundesregierung hält mit der Abkehr vom allgemeinen Rauchverbot eine der dysfunktionalsten Regelungen des Landes am Leben. Mit Recht haben Wirte vom Burgenland bis zum Bodensee seit der Einführung 2009 die undurchsichtige Rechtslage kritisiert, die Lokalbetreiber wurden mit Klagen von Nichtraucher-Aktivisten bedroht. Außerdem blutet jedem Architekturfreund das Herz, wenn Kaffeehäuser mit Trennwänden zerstört werden. Ein allgemeines Rauchverbot würde Abhilfe schaffen.

Dass ein Rauchverbot ein Umsatzkiller ist und die FPÖ damit den Wirten einen Gefallen tut, ist Unfug. Die Zahlen aus Bayern, wo seit dem Rauchverbot 2010 die Gastroumsätze jährlich ansteigen, sprechen für sich. Egal ob groß oder klein, für alle Betriebe würden die gleichen Regeln gelten. Außerdem verdient man mit Speis und Trank, nicht mit Zigaretten. Sollten Wirte tatsächlich für etwas kämpfen, womit sie keinen Umsatz machen? Wenn Rauchen das einzige Argument ist, dass Gäste kommen, sollte sich jeder gute Wirt ernsthaft Gedanken über sein Geschäftsmodell machen. 

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Dass das Rauchverbot die Freiheit des Unternehmers einschränken würde, ist nicht mehr als eine Nebelgranate. Das weiß jeder Schüler, der Kant lesen durfte oder musste. Die Freiheit des einen hört dort auf, wo die Freiheit (und Gesundheit) des anderen bedroht wird. Die Frage lautet: Haben Mitarbeiter kein Recht auf einen rauchfreien Arbeitsplatz? Will man, dass die Branche attraktiv für Arbeitnehmer (drei Viertel der Bevölkerung sind Nichtraucher) ist, muss man für ein Rauchverbot eintreten.