Jahrelang war die Kammerumlage ein Kostenfaktor, den Unternehmen routinemäßig entrichteten, ohne große Gegenwehr, aber auch ohne große Begeisterung. Nun beschloss das Wirtschaftsparlament der WK Wien heute, Mittwoch, einstimmig, die Kammerumlage 2 bis 2029 um insgesamt 25 Prozent zu senken.
Präsident Walter Ruck betont: Die Senkung ist das Ergebnis einer seit Jahren laufenden Strukturreform, nicht eine politische Reaktion. Den Grundstein legte die Zusammenführung von zehn Wiener Standorten in das zentrale Haus der Wiener Wirtschaft 2019. Für Tourismusunternehmen, die als personalintensive Branche überdurchschnittlich von der lohnsummenbasierten Abgabe betroffen sind, ist das eine direkte Entlastung.
Der Hebesatz sinkt schrittweise: von derzeit 0,24 Prozent auf 0,22 Prozent (2027), 0,20 Prozent (2028) und 0,18 Prozent ab 2029. Finanziell bedeutet das einen Beitrag von rund 22 Millionen Euro zum gesamtösterreichischen Sparziel der WKÖ von 100 Millionen Euro bis 2030.
Wiener Weg
Trotz der Entlastung sollen Serviceleistungen und Zukunftsprojekte – darunter die geplante IT-HTL Vienna Digital School und ein neuer Fonds für Musterprozesse – unangetastet bleiben. Im Dezember 2025 hatte die WKÖ noch entschieden, den bundesweiten Anteil der Kammerumlage 2 nicht zu senken. Wien geht nun einen anderen Weg.