Alle dürfen öffnen, nur die arme Gastro nicht

Gastronomie
02.02.2021

Schulen, aber auch Handel und körpernahe Branchen sperren wieder auf. Wie erwartet, müssen Gastronomie und Hotellerie den Februar noch geschlossen halten. Schön langsam zermürbt dies die Branche.
Der Handel darf öffnen. Die allgemeine Gastronomie nicht.
Der Handel darf öffnen. Die allgemeine Gastronomie nicht.

Die Lockerungen des Lockdowns sind nun doch etwas weitreichender als noch vor wenigen Tagen gedacht. Eigentlich dürfen beinahe alle Betriebe (eingeschränkt) wieder ihrer Erwerbstätigkeit nachgehen – die Gastronomie und Hotellerie aber nicht.

Man könnte fast in den Chor des Schlagers „Sonderzug nach Pankow“ von Udo Lindenberg einstimmen. Frei nach: „Alle dürfen, nur ich nicht. Und das verstehen wir nicht!“. Nun, klarerweise war dies auch erwartet worden. Der Gastronomie-Spartenobmann in der Wirtschaftskammer Mario Pulker dazu gegenüber der APA (Austria Presse Agentur): „Die Öffnungsschritte sind mutig, wir wären da gern dabei gewesen, aber das spielt's eben nicht.“ Für die Gastronomie sei wichtig, dass die Hilfen schnell ausbezahlt werden, vor allem die Umsatzersätze für November und Dezember.

Hilfen werden weniger

Doch genau hier liegt das Problem. Nachdem der Umsatzersatz im November und Dezember die Unternehmer noch relativ gut schlafen ließ, sieht es nun auch düsterer aus. Die neue Hilfen durch den Ausfallbonus von im besten Fall 30 Prozent des Umsatzes der Vergleichsperiode des Vorjahres sind gepaart mit dem Fixkostenzuschuss sind für viele Betriebe schlichtweg zu wenig.   

Wie die ÖGZ immer wieder aus der Branche hört, hapert es auch noch beträchtlich an der Auszahlung der unterschiedlichen Zuschüsse und Hilfen.

Dazu gibt es einige Zahlen aus dem Finanzministerium: Demnach sind 107.104 Anträge auf Umsatzersatz mit insgesamt 1,998 Mrd. Euro ausbezahlt worden. Im Dezember seien es 97.552 Anträge mit insgesamt 903 Mio. Euro. Das entspricht einer Gesamtgenehmigungsquote von 93 Prozent. Bei den noch fehlenden 7 Prozent handle es sich zumeist nur um Verzögerungen aus formalen Gründen, etwa nach Übergaben oder Umgründungen von Einzelgesellschaften auf GmbH.

In den Branchen Gastronomie und Beherbergung seien für November laut aktuellen Zahlen der COFAG 34.309 Anträge auf Umsatzersatz genehmigt und 920 Mio. Euro ausbezahlt worden und für Dezember 32.640 Anträge mit 547 Mio. Euro. Das entspreche einer Genehmigungsquote von 97 Prozent in der Beherbergung und Gastronomie, berichtet die APA.