Cocktails: Nur nichts Rum-liegen lassen

Gastronomie
11.01.2022

 
Als lange vermisstes Familientreffen entpuppte sich der Cocktail-Wettbewerb „Artisans of Taste“. Dabei war Rum möglichst nachhaltig und mit lokalen Ressourcen zu kombinieren.
Gruppenbild mit Dame: Die „Artisans of Taste“-Teilnehmer 2022.
Gruppenbild mit Dame: Die „Artisans of Taste“-Teilnehmer 2022.
Der Gewinner fliegt an die Nordküste Südamerikas, genauer ins facettenreiche Venezuela: Steven Daevel („Roberto’s“, Wien).
Der Gewinner fliegt an die Nordküste Südamerikas, genauer ins facettenreiche Venezuela: Steven Daevel („Roberto’s“, Wien).
Höchste Konzentration: ÖGZ-Getränkeexperte Roland Graf saß in der Jury.
Höchste Konzentration: ÖGZ-Getränkeexperte Roland Graf saß in der Jury.

„Handwerker des Geschmacks“ nennt sich der Wettbewerb der venezolanischen Rum-Marke Diplomatico – neun davon versammelten sich in der Wiener „Aurora“-Bar. Gesucht wurde aber nicht nur ein schmackhafter Siegerdrink, sondern auch möglichst nachhaltiges Arbeiten. Herausforderung war dabei das Verwenden ausschließlich selbst gemachter Zutaten. Die Barprofis Isabella Lombardo („Ludvig“), David Penker („Bar Campari“) und ÖGZ-Redakteur Roland Graf kosteten sich durch Himbeer-Espumas, Maroni-Kekse und jede Menge kreativer Rum-Cocktails.

Aus Tirol kam nicht nur Mario Morandell vom gleichnamigen „Diplomatico“-Generalimporteur zum Wettbewerb gereist, auch die Innsbrucker „Wohnzimmer“-Bar entsandte drei Teilnehmer. Vor allem der Kaffeelikör mit Tiroler Enzian, den Patrick Berthold einsetzte, schmeckte der Jury. Anregungen zu weniger Müll gab es aber auch aus Pörtschach: „Aus den Orangen vom Frühstück machen wir einen Cordial, der in sechs Drinks Verwendung findet“, leitete Christopher Malle („Lake’s Hotel & Spa“) seine Präsentation ein. Am Ende holte der Kärntner mit seinem „Autumn Heart“ Rang 3 vor Routinier Marcus Philipp („Pink Rabbit“ - Link zu Instagram, Anm.) aus Wien.

Zum Sieg kürte man einen wahrhaft ungewöhnlichen Rum-Drink. Steven Daevel kombinierte die Spirituose mit Gurke und verlieh dem „Epiphanie Redux“ damit ein frisches Aroma. Selbst die verwendete Minze recycelte der Barchef des „Roberto’s“ in der Wiener Marco d’Aviano-Gasse – sie kamen in den Glasuntersetzer. Für Daevel geht es nun nach Venezuela, der Sieger darf sich die Rum-Heimat genau besehen!

Das Rezept: Epiphany Redux

Steven Daevel, „Roberto’s“, Wien

Zutaten:
5 cl Diplomatico Reserva Exclusiva
3 cl Gurken-Cordial*

Glass: Coupette (Vintage)

Dekoration: Amarena-Minz-Salz*

Zubereitung:

Gläserrand in Amarena-Sirup tauchen und mit dem Minz-Salz einen Rim erzeugen. In einem Rührglas mit viel Eis die beiden Zutaten kalt rühren und doppelt in die Coupette abseihen.

*Gurken-Cordial:

Eine Salatgurke schälen, schneiden und entsaften – 300 Milliliter warden benötigt. Diesen Saft erwärmen, 100 Gramm Zucker und 6 Gramm Zitronensäure darin auflösen.

*Amarena-Minz-Salz:

Minze-Blätter werden in Salz eingelegt und im trockenen Zustand mit dem Salz zermörsert. Amarena-Sirup fixiert diesen Salz-Rim am Glasrand.