Kommentar 1-G oder Lockdown

Kommentar
24.08.2021

 
In der Nachtgastronomie kommt die 1-G-Regelung fix. Auch in anderen Bereichne wie der normalen Gastronomie oder Hotellerie könnten im Herbst nur mehr Geimpfte zutritt bekommen. Fürs Geschäft wäre das eine Herausforderung - aber Alternativen gibt es nicht wirklich. 
Mit dem langsamen Impftempo sind wir in Österreich weit von einer Herdenimunität entfernt. Zu viele Infizierte bleiben eine Gefahr für das Gesundheitssystem. Darum könnten bald nur mehr Geimpften Zutritt zu manchen Orten gewährt werden, in denen die Ansteckungsgefahr besonders groß ist.

Wer die Interpretation von Zahlen und Daten mag, hatte zuletzt durchaus Freude. Die von der Nationalbank präsentierten Nächtigungs- und Umsatzzahlen für den Juli belegten das Gefühl der Branche. Nach dem Restart am 19. Mai legte die Tourismusbranche einen doch deutlichen Rebound hin. Die Umsätze stiegen, was etwas mit Vorsicht zu genießen ist, weil die Statistik nur bargeldlose Transaktionen erfasst. Die Nächtigungen liegen 17 Prozent unter dem Vorkrisenniveau. Für die gesamte Gastronomie fehlen aussagekräftige Daten. Schätzungen gehen von zehn bis 15 Prozent weniger Umsatz im Vorkrisenvergleich aus. Man kann sagen: Luft nach oben, aber die Tendenz stimmt. 

Dass im Gleichschritt mit den Wirtschaftsdaten auch die Covid-Inzidenz in die Höhe kletterte, ist der unangenehme Teil der sommerlichen Datenbetrachtung. Besonders wenn man sich die Aussagen jener Experten anhört, deren Aufgabe es ist, die vorhandenen Daten als Prognosen hochzurechnen. Wenn Prof. Herwig Kollaritsch als Mitglied des Impfgremiums sich dieser Tage in Ö1 für die 1-G-Regel ausspricht, weiß man, was es geschlagen hat. Zutritt nur für Geimpfte: in der Nachgastronomie? In der Tagesgastronomie? Im Hotel? Für die Gesundheitsagentur AGES gilt es, genau zu analysieren, wo die Ansteckungsherde liegen –, aber nach heutigen Einschätzungen ist der Weg absehbar.

Auch wenn das Murren derzeit groß ist, was wäre denn die Alternative? Ein Lockdown und/oder Reisewarnung vor der anstehenden Wintersaison wie im letzten Jahr? Mit den Zahlenspielen zu einem weiteren Ausfall will man sich zumindest in den Tourismusregionen unseres Landes sicher nicht befassen müssen.  

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