Diesen Vorwurf macht Rudolf Stadler, der Gastrosiegel-Beauftragter der Agrarmarkt Austria (AMA) in Salzburg, einem Teil der Branche. Er spricht von Alibiwirten. Alibiwirte seien demnach Restaurantbetriebe, die damit werben, dass sie regionale Produkte in ihrer Küche verwenden, aber das nicht belegen können oder wollen. „Das ist in meinen Augen – und auch vom Gesetz her – eine Täuschung, unlauterer Wettbewerb“, sagt Stadler. 

1.100 Betriebe

AMA führt neben dem weitläufig bekannten AMA-Gütesiegel auch das AMA-Gastrosiegel. Diese setzen Standards, etwa durch unabhängige Kontrollen. Bei Rindfleisch muss etwa von der Aufzucht über die Schlachtung bis zur Verarbeitung der Tiere alles in Österreich geschehen. Bei manchen Lebensmitteln, wo keine heimischen Zutaten in ausreichenden Mengen am Markt verfügbar seien, darf auch aus dem Ausland zugekauft werden.      

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Es gibt in ganz Österreich rund 1.100 AMA-Gastrosiegel-Betriebe. Das sind Wirte, die sich freiwillig von der AMA über die Herkunft ihrer Produkte – Fleisch, Eier, Milch und Gemüse – kontrollieren lassen. Sind alle anderen potenzielle Gauner, wie man aus den Worten von Herrn Stadler ableiten könnte? Nein, das Gastrosiegel ist natürlich nur eines einer ganzen Menge an Gütesiegeln, die es für Lebensmittel hierzulande gibt. Viele Wirte legen auf Regionalität wert. Jedes Gütesiegel ist letztlich ein Vermarktungstool. Insofern sind Herrn Stadlers Bemerkungen ebenso als solches zu verstehen.   dan