Der stärkste Mitbewerber im Getränkegeschäft hat keine Marketingabteilung und kostet Konsumenten (fast) nichts: die Wasserleitung. Irina Sonnleitner, seit Februar 2026 Geschäftsführerin von Eckes-Granini Österreich, benennt diesen Wettbewerber ohne Umschweife und leitet daraus im Rahmen einer Produktpräsentation, zu der die ÖGZ eingeladen war, die strategische Konsequenz ab: „Deshalb müssen Getränke heute mehr können, als nur zu erfrischen. Sie müssen im Alltag relevant sein.“
Relevanz, das bedeutet für Sonnleitner: Funktion, Genuss und Einfachheit zugleich. KonsumentInnen wollen nicht länger zwischen Gesundheit und Genuss wählen,sie verlangen beides, möglichst unkompliziert. Vier Trends treiben diese Verädnerung: Gesundheitsorientierung, Convenience, Individualisierung und der Boom alkoholfreier Alternativen. Laut europäischen Marktdaten verbinden 79 Prozent der VerbraucherInnen Vitamine mit einem positiven Einfluss auf ihre Gesundheit; 82 Prozent nennen Convenience ein wesentliches Kaufkriterium.
Functional Water als Wachstumsmotor
Konkreter Ausdruck dieser Strategie ist Hohes C Vitamin Water Electrolytes, seit Mai 2026 im Handel. Das Produkt kombiniert zehn Prozent Fruchtgehalt (in den Sorten Zitrone-Limette und Grapefruit-Zitrone) mit einem Elektrolytmix aus Calcium und Magnesium sowie einem Vitaminkomplex, ohne Zuckerzusatz und ohne Süßungsmittel, bei sieben bis acht Kilokalorien je 100 Milliliter. Platziert wird es im Functional-Water-Regal des Lebensmittelhandels sowie im Außer-Haus-Bereich, etwa in Getränkeautomaten.
Das Segment, in das hohes C damit vordringt, wächst zweistellig. Der Near-Water-Markt umfasst rund 90 Millionen Euro, ein signifikanter Anteil entfällt bereits auf funktionale Getränke. Im Vorjahr legte der Bereich um 15 Prozent zu; die 2024 gestartete Vitamin-Water-Linie, die nun um die Elektrolyte-Drinks erweitert wird, wuchs 2025 um 23 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Ergänzt wird die Linie durch den Hohes C Vitamin C-irup: ein hochkonzentrierter Sirup in einer 65-Milliliter-Squeezeflasche, der normales Wasser in ein funktionelles Getränk verwandelt. Ein Liter des fertigen Getränks deckt 75 Prozent des empfohlenen Tagesbedarfs an Vitamin C. Die drei Sorten Refresh, Active und Vitalize sind zucker- und kalorienfrei.
YO, was geht?
Für die Gastronomie besonders interessant ist die Weiterentwicklung der Sirupmarke YO, die 2027 ihr 70-Jahr-Jubiläum begehen wird. Mit den neuen YO Cocktail Sirups in den Sorten Aperitivo und Mojito spricht Eckes-Granini den anhaltenden Mocktail-Trend direkt an: Sirup mit Sprudelwasser mischen und fertig ist die alkoholfreie Aperitif-Alternative. Sonnleitner sieht darin ein überzeugendes Angebot für Betriebe: „Das ist auch für die Gastronomie bestechend einfach und bietet schöne Deckungsbeiträge.“
Generell entwickeln sich Sirupe zum Profiteur der aktuellen Sparstimmung. Sie sind praktisch, flexibel dosierbar und vom Pfandsystem ausgenommen: ein Argument, das im Außer-Haus-Geschäft zunehmend Gewicht bekommt. „Convenience ist ein wesentliches Kaufargument und wird auch in der Gastronomie – Stichwort Personalmangel – immer wichtiger“, so Sonnleitner. YO ist bereits heute Marktführer im österreichischen Sirupsegment.
Markenkompetenzen neu komponiert
Eckes-Granini begreift all diese Schritte als Weiterentwicklung. Diese Entwicklungsei kein Bruch, sondern eine konsequente Weiterentwicklung. „Unser Credo ‚Best of Fruit‘ bleibt das Herzstück unserer DNA. Aber wir denken es heute breiter: näher an den Bedürfnissen der Konsumentinnen und Konsumenten, und stärker entlang ihres Alltags“, sagt Sonnleitner. Sirup könne Eckes-Granini seit vielen Jahren, Vitamine auch. „Wir erfinden uns nicht neu, wir setzen Bestehendes neu zusammen.“
Hohes C stehe für Vitamine und Gesundheit, YO für Individualisierung und Sirupkompetenz, Pago für hochwertigen Genuss im Gastronomiebereich, wo die Marke seit Jahrzehnten präsent ist. Diese Kompetenzen sollen künftig markenübergreifend genutzt werden, um neue Konsumanlässe zu erschließen und Vertriebskanäle zu erweitern.
Für die kommenden Jahre zeichnet sich eine weitere Verschiebung ab: Funktionaler Zusatznutzen wird zur Grunderwartung. „Getränke entwickeln sich zu funktionalen Alltagsbegleitern“, sagt Sonnleitner. „Das Getränk muss sich den Menschen anpassen – nicht umgekehrt.“