Das ist die neue Eventkultur

Studie
16.12.2015

Von: Thomas Askan Vierich
Eine Studie des Zukunftsinstituts untersucht die neue Rolle von Events in unserer Gesellschaft und was das für das Gastgewerbe und den Eventtourismus bedeutet.
Früher gab es wenige große Events im Jahr mit klar definierter Zielgruppe (linke Grafik). Heute poppen immer neue, kleine Events auf, alles scheint gleichzeitig zu passieren. Früher stand ein Thema oder ein Produkt im Zentrum des Geschehens und konnte so beworben werden (Mitte rechts), heute werden unterschiedliche Themen und Produkte auf  einem Event gleichzeitig präsentiert und kreieren so ein einzigartiges Gesamtkonzept. Aus: „Event der Zukunft II“, Zukunftsinstitut, Bezug/Download: www.eventnet.at
Früher gab es wenige große Events im Jahr mit klar definierter Zielgruppe (linke Grafik). Heute poppen immer neue, kleine Events auf, alles scheint gleichzeitig zu passieren. Früher stand ein Thema oder ein Produkt im Zentrum des Geschehens und konnte so beworben werden (Mitte rechts), heute werden unterschiedliche Themen und Produkte auf einem Event gleichzeitig präsentiert und kreieren so ein einzigartiges Gesamtkonzept. Aus: „Event der Zukunft II“, Zukunftsinstitut, Bezug/Download: www.eventnet.at

Events werden immer mehr zu unserem Alltag, alles wird zum Event stilisiert, besonders über die neuen Medien. „Das ist neu und wichtig für unsere Gesellschaft“, sagt Harry Gatterer, Geschäftsführer des Zukunftsinstituts und Chefredakteur der Studie „Event der Zukunft“, herausgegeben vom FV Freizeit- und Sportbetriebe der WKÖ. „Wir wollen etwas zusammen erleben. Wir suchen im Event Orientierung.“ Früher hätten sich die Leute durch ihre Individualität abgegrenzt, heute wolle man mit seiner Individualität kommunizieren. „Events müssen die richtige Frage stellen und nicht Antworten formulieren.“

Außerdem registriert Gatterer den „Retro-Event“, wenn der „Wiener Salon“ eine Renaissance erlebt. Auch hier: Die Menschen wollen etwas gemeinsam tun, gemeinsam genießen, sie suchen in einer komplizierten Welt „entkoppelte Momente“. Und die könne man den Menschen in Österreich bieten. „Wir sind besser, als wir glauben“, sagte der Wiener Eventmanager Peter Hosek, der neue WKÖ-Branchensprecher der Eventbranche, bei der Vorstellung der Studie. „Wir müssen mehr über die Kreativen in unserem Land reden.“ Und er plädiert dafür, bei aller Online-Begeisterung das Offline nicht zu vergessen: „Wir müssen angreifbar bleiben.“ Weiters möchte er wie sein Vorgänger Andreas Hladky die Vergnügungssteuer abschaffen und das „unlösbare“ Problem Dienst-/Werkvertrag angehen. Hladky ortet Handlungsbedarf bei der Innovation heimischer Events, denn sie werden für den touristischen Standort weltweit immer wichtiger. Städte wie Dublin oder Austin hätten es geschafft, sich mit innovativen Events innerhalb weniger Jahr extrem attraktiv zu positionieren. Dazu gehöre aber ein hohes Maß an Professionalität.

http://www.eventnet.at