BRANCHENEVENT

Erste Highlights der Tourismustage

Event
17.05.2022

Die ÖTT sind traditionell ein Teleskop, um in die Zukunft der Branche zu blicken. Heuer gab es neben Tech-Trends auch Philosophisches und viel Menschliches.

Corona, Arbeitskräftemangel, Preissteigerungen und laufender Investitionsdruck – war die Stimmung in Hotellerie und Gastronomie vor einigen Wochen noch hoffnungsfroh, sorgen die genannten Schlagworte nicht nur bei Tourismus-Spartenobmann Robert Seeber für einige Sorgenfalten. So war der Auftakt der diesjährigen Österreichischen Tourismustage (ÖTT) der Analyse der Probleme im Jetzt gewidmet. Neo-Tourismusstaatssekretärin Susanne Kraus-Winkler und Lisa Weddig, Chefin der Österreich Werbung, beschwören dabei den positiven Geist der Branche, der auch durch die Pandemie getragen wird.

Und sind die Zeiten unsicher, finden jene mehr Gehör, die das große Ganze zu erklären vermögen. So haben dieser Tage die Philosophen Hochkonjunktur – wie etwa auch am diesjährigen ÖHV Kongress. Und um die Zukunft zu erklären, lohnt es, die Vergangenheit zu verstehen. So zeigte der Philosoph Konrad Paul Liessmann auf den ÖTT in aller Kürze einen Abriss der Kulturgeschichte des Urlaubes. So etwas wie Urlaub machte bekanntlich erst die Industrialisierung mit ihren unmenschlichen Arbeitsbedingungen nötig. Dass erst in einer Zeit, als Schornsteinrauch die Luft der Städte unerträglich machte, Urlaub in der Natur eine Bedeutung bekam, ist eine logische Konsequenz. Das rationale Ziel: die Arbeitsfähigkeit wiederherzustellen.

Sinn bei der Arbeit

Was hat das mit dem Hier und Jetzt zu tun? Wir sind dabei, die Logik der Industriegesellschaft hinter uns zu lassen. Eine möglichst große Flexibilisierung bekommt in der Arbeit mehr Bedeutung. Untersuchungen zeigen, dass vor allem eine kreative Beteiligung und eine sinnvolle Tätigkeit die Leute in einen Beruf ziehen. Der Suche nach dem Sinn bei der Arbeit war dann auch ein Schwerpunkt des ersten Tages der ÖTT. Und hier gibt es einige bemerkenswerte Ansätze. Wertschätzung ist eine Währung, in der Mitarbeitenden der Zukunft bezahlt werden.

Das Fachkräfte-Thema ist aber nur eines, das die Branche beschäftigt. Am zweiten Tag folgten dann die Fragen, wie nachhaltiger Tourismus erfolgreich sein kann, wie Technologie uns nicht nur dabei unterstützen kann und welche kreativen Umsetzungsformen es gibt. Der Schluss: So trübe, wie eingangs ­beschrieben, sieht die Zukunft der Branche gar nicht aus. Am 18. Mai geht es weiter und die Vorträge sind auch unter online abrufbar.