Der österreichische Campingtourismus hat 2025 erneut einen Höchststand erreicht. Mit 8,8 Millionen Übernachtungen wurde zum fünften Mal in Folge ein Rekordwert erzielt. Das geht aus einer Auswertung des Reise- und Buchungsportals camping.info hervor, die auf Daten von Statistik Austria basiert. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies einen Zuwachs von 3,46 Prozent.

Kärnten bleibt mit 2,58 Millionen Nächtigungen das wichtigste Camping-Bundesland, knapp gefolgt von Tirol mit 2,52 Millionen Übernachtungen. Salzburg erreichte knapp eine Million Nächtigungen. Sieben von neun Bundesländern verzeichneten Zuwächse. Den stärksten Anstieg meldete Wien mit einem Plus von 31,83 Prozent auf 125.689 Übernachtungen. Auch das Burgenland legte mit fast zwölf Prozent deutlich zu, Tirol wuchs um 4,32 Prozent. Rückgänge gab es hingegen in der Steiermark, Oberösterreich und Niederösterreich.
Die Entwicklung zeigt eine zunehmende Diversifizierung des Campingtourismus. Ein regenreicher März führte zunächst zu einem verzögerten Saisonstart, der sonnige April kompensierte dies jedoch mit über 357.000 Übernachtungen: mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr. Der Juni erreichte mit über 1,6 Millionen Nächtigungen einen neuen Spitzenwert, ein Anstieg um 35 Prozent. Auch der September legte mit über 922.000 Übernachtungen um 19 Prozent zu.
Parallel dazu zeigt sich eine Verschiebung weg von den klassischen Hauptferienmonaten. Juli und August blieben zwar die stärksten Monate, verzeichneten aber leichte Rückgänge im Vergleich zum Vorjahr. Dafür gewinnt das Wintercamping weiter an Bedeutung: Im November und Dezember stiegen die Übernachtungszahlen erneut um zwölf bis 13 Prozent.

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Ganzjahresmodell eröffnet neue Chancen

Maximilian Möhrle, Geschäftsführer von camping.info, sieht darin eine strukturelle Veränderung: „Die aktuellen Zahlen zeigen deutlich, dass sich das Camping-Verhalten weiter diversifiziert. Gäste verteilen ihren Urlaub zunehmend über das gesamte Jahr hinweg und nutzen verstärkt die Vor- und Nachsaison.“ Österreich profitiere dabei von klaren Standortvorteilen, die das Land und seine Campingplätze zu jeder Jahreszeit attraktiv machten. Für Betreiber eröffne diese Entwicklung neue Chancen, die Auslastung langfristig zu stabilisieren und Camping als ganzjährige Urlaubsform zu etablieren.

Die langfristige Entwicklung zeigt einen kontinuierlichen Aufwärtstrend. Seit 2015, als 5,45 Millionen Übernachtungen gezählt wurden, ist die Zahl um mehr als 61 Prozent gestiegen. Lediglich 2020, im ersten Jahr der Corona-Pandemie, gab es einen deutlichen Einbruch auf sechs Millionen Nächtigungen. Seither wächst die Branche jedoch ungebrochen.

In Österreich ging der erste Platz an das Camping Sonnenland in Lutzmannsburg im Burgenland, das europaweit den ersten Rang belegte. Auf den weiteren Plätzen folgten das Camp MondSeeLand in Tiefgraben bei Mondsee (Oberösterreich, Europa Platz vier) und der Falkensteiner Camping Grubhof in St. Martin bei Lofer (Salzburg, Europa Platz fünf). In Sonderkategorien führt das Camping Sonnenland bei Camping mit Kindern, mit Hund sowie in den Bereichen Verpflegung und Freizeit.