Wien ist eine Stadt, die sehr stark vom Tourismus lebt, und es gibt kaum andere Weltstädte, in denen man am Sonntag nicht einkaufen kann. Wenn mich meine Gäste nach den Geschäftsöffnungszeiten fragen und ich muss ihnen erklären, dass am Sonntag alles geschlossen hat, dann schauen die immer ganz verduzt.
Schließlich würde sich auch die Stadt anders darstellen: Man flaniert einfach lieber über den Graben oder die Kärntner Straße, wenn die Geschäfte offen halten, als wenn alles bummfest zu ist. Die Gäste würden mehr Geld ausgeben, was für den Wirtschaftsstandort Wien wichtig wäre, und letztlich könnte sogar die Hotellerie davon profitieren, weil manche Gäste doch noch einen Tag länger bleiben würden.

Wenn die Regierung jetzt sagt, sie sei aus familienpolitischen Gründen gegen eine Sonntagsöffnung der Geschäfte, dann ist das lächerlich. Es sind ja nicht nur Tourismus, Ärzte und Polizei, die sonntags regelmäßig arbeiten, sondern zahllose andere Berufe wie Taxifahrer, Journalisten, alle Angestellten in Freizeiteinrichtungen etc. Das ist doch schon lange gelebte Normalität für viele Leute. Das gröbste Problem dürfte ja darin liegen, dass die meisten Händler selber nicht aufsperren wollen und daher kein Interesse an einer Liberalisierung dieses Gesetzes haben. Wir im Hotel Sacher würden eine Sonntagsöffnung – zumindest in den Kernzonen Wiens – jedenfalls sehr begrüßen.

Werbung
Jura Professional: Kaffee, der Ihre Gäste überzeugt
Jura W8 und W4 liefern Kaffeespezialitäten auf Barista-Niveau per Knopfdruck. Mit Pocket Pilot 3.0 behalten Sie Verkauf, Status und Wartung im Blick – ideal für Hotellerie und Gastronomie.

Falls Sie sich betroffen fühlen, schreiben Sie uns: gast@wirtschaftsverlag.at (Fax: 01/546 64-360)