Wenn im Winter in Tirol die Hauptsaison startet, beginnt für viele Tourismusbetriebe die Suche nach qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Gleichzeitig endet in Ländern wie Griechenland und Kroatien die Saison und Jobs im Tourismus werden rar.

Dieses zeitliche Ungleichgewicht am Arbeitsmarkt haben das Arbeitsmarktservice Tirol und die Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft der Wirtschaftskammer Tirol als Chance erkannt und setzen auf grenzüberschreitende Jobvermittlung: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus typischen Sommertourismus-Ländern können den Winter in Tirol verbringen – im Gegenzug profitieren Tiroler Hoteliers von erfahrenen Fachkräften.

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Auf der Suche nach Talenten

Um diese Möglichkeit bekannter zu machen, haben die AMS-EURES-Experten Helga Steinberger und Mario Mayr-Kosz internationale Jobmessen in Zagreb, Thessaloniki und Athen besucht. Vor Ort informierten sie Interessierte über Arbeitsmöglichkeiten in Tirol und brachten sie direkt mit heimischen Betrieben zusammen. Insgesamt führten sie mehr als 220 Gespräche mit potenziellen Bewerberinnen und Bewerbern, die in ihren Heimatländern im Sommer im Tourismus tätig sind und Interesse an einer Wintersaison in Tirol haben. Dabei zeigte sich deutlich, dass ihre fachliche Ausbildung, Berufspraxis und Motivation sowie vielfach gute Deutschkenntnisse eine wertvolle Verstärkung für die Tiroler Tourismusbetriebe sein können.

„Der direkte Austausch mit interessierten Arbeitskräften ermöglicht uns eine sehr zielgerichtete Unterstützung der Tiroler Betriebe“, bestätigt auch AMS-Landesgeschäftsführerin Sabine Platzer-Werlberger. Gerade in Zeiten knapper Personalressourcen sei dies ein zentraler Beitrag zur Fachkräftesicherung.

„Als gelernte Kellnerin bringe ich bereits Erfahrung aus der Gastronomie mit – genau das war für den Job im Bergrestaurant Brandstadl in Scheffau gefragt. Ein kleines bisschen Deutsch kann ich auch, und was mir noch fehlt, mache ich mit umso mehr Motivation und einem herzlichen Lächeln wett. Für mich ist die Arbeit in Tirol ein echter Gewinn. Ich bleibe, solange der Schnee liegt – und möchte neben meinen Deutschkenntnissen auch noch das Snowboarden lernen.“

Emma aus Kroatien

Persönlicher Kontakt schafft Vertrauen

Warum jemand für eine Wintersaison nach Tirol kommt, hat viele Gründe: Die einen möchten neue berufliche Erfahrungen sammeln, andere schätzen die Möglichkeit, in einem international bekannten Tourismusland zu arbeiten. Auch die Aussicht auf faire Arbeitsbedingungen, eine kostenlose Unterkunft und die Chance, Deutschkenntnisse zu verbessern, spielen eine wichtige Rolle.
Für Alois Rainer, Obmann der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft der WKO Tirol, ist diese Initiative ein wichtiger Beitrag zur Sicherung der Qualität im Tourismus: „Als mitarbeiterintensive Branche steht und fällt der Erfolg der Betriebe mit verfügbaren Fachkräften.

Hier handelt es sich daher um weit mehr als nur um eine arbeitsmarktpolitische Maßnahme, sie stärkt den Standort Tirol nachhaltig.“
Bei der Suche nach qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern lohnt es sich also, neue Wege zu gehen. Internationale Rekrutierung kann so zu einer wichtigen Ergänzung für die heimische Tourismusbranche werden. ■