Die Ratschen in Deutsch Schützen bekommt neue Eigentümer. Nach einem Bieterverfahren im Zuge der Insolvenz der bisherigen Eigentümergesellschaft Domaines Kilger übernimmt die Lindner Group den Gastro- und Beherbergungsbetrieb im Südburgenland. Künftig soll er unter dem Namen „Ratschen | Groszer Wein“ geführt werden.

Ganz neu ist die Familie Lindner in der Region nicht. Über das Weingut Groszer Wein in Burg ist das süddeutsche Familienunternehmen bereits seit Jahren am Eisenberg engagiert. Laut Veronika Lindner war genau diese Verbindung ausschlaggebend für das Interesse an der Ratschen. Erfahrung in Hotellerie und Gastronomie bringt die Familie ebenfalls mit: Über die mk hospitality betreibt sie Hotels und Restaurants an mehreren Standorten in Deutschland sowie in London und Tirana.

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Der Neustart soll schrittweise erfolgen. Ab Mitte Oktober 2026 sollen zunächst die ersten Bungalows der Wohnothek wieder für Gäste öffnen. Gleichzeitig ist die Wiedereröffnung des Restaurants zwischen den Bungalows geplant. Die Küche soll bewusst unkompliziert bleiben: kleine Karte, südburgenländische Spezialitäten, kein Hauben-Anspruch. Das frühere Haubenlokal bleibt vorerst geschlossen. Erst wenn sich zeigt, dass die Nachfrage stimmt, soll auch dieses Haus wiederbelebt werden.

56 Betten in Bungalows

Die Wohnothek umfasst 25 freistehende Holzbungalows mit insgesamt 56 Betten. Dazu gehört ein Wellnessbereich mit Sauna, Dampfbad und Außenpool. Künftig sollen nicht nur Hausgäste Zugang dazu haben: Auch Gäste aus den umliegenden Kellerstöckln sollen die Wellnesslandschaft nutzen können.

Eine zentrale Rolle im neuen Konzept spielt Groszer Wein. Mittelfristig soll das Weingut von Burg nach Deutsch Schützen übersiedeln. Geplant ist ein neuer Weinkeller direkt bei der Ratschen, sofern die notwendigen Genehmigungen erteilt werden. Dabei sollen nicht ausschließlich die eigenen Weine im Mittelpunkt stehen. Auch Produkte anderer Winzerinnen und Winzer aus der Region sollen im Restaurant präsentiert werden. Der Zeitpunkt für die Investition ist durchaus bemerkenswert. Denn auch Lindner sieht den Weinbau derzeit unter Druck: Der Klimawandel erschwert die Produktion, gleichzeitig wird insgesamt weniger Wein getrunken. Gerade deshalb setzt die Familie stärker auf die Verbindung von Wein, Gastronomie und Beherbergung.