Der österreichische Winzer Anton Kollwentz ist am 4. März im 86. Lebensjahr gestorben. Der Weinbaupionier prägte mit seinem Qualitätsstreben die Entwicklung der österreichischen Weinwirtschaft über Jahrzehnte hinweg.
Den Römerhof Kollwentz in Kleinhöflein am Leithaberg übernahm er 1966 gemeinsam mit seiner Ehefrau Margarete. Das Weingut wird heute von seinem Sohn Andreas und den Enkelkindern geführt und gilt laut Einschätzungen vieler Branchenexpert*innen als einer der führenden Weinbaubetriebe des Landes bei Weiß-, Rot- und Süßweinen.
Früher Fokus auf Qualitätsweine
Ein besonderer Schwerpunkt von Anton Kollwentz lag auf der Rebsorte Blaufränkisch sowie auf trockenen Weißweinen. In den 1970er-Jahren waren diese Stilrichtungen im österreichischen Weinbau noch vergleichsweise selten.
Durch Reisen nach Frankreich beschäftigte sich Kollwentz früh mit Methoden wie dem Ausbau in kleinen Eichenfässern und der malolaktischen Gärung. Diese Verfahren setzte er später auch in seinem Betrieb ein.
Neue Rebsorten im Burgenland
Anfang der 1980er-Jahre erreichte Kollwentz gegen den Widerstand der Behörden eine Sondergenehmigung zur Auspflanzung der Rebsorte Cabernet Sauvignon. Darüber hinaus etablierte er seine Weine bei zahlreichen persönlichen Besuchen in Restaurants im In- und Ausland zunehmend in der Spitzengastronomie.
Auch in der Branchenorganisation engagierte sich der Winzer über viele Jahre. Dem 1995 gegründeten Verein Renommierte Weingüter Burgenland stand er zehn Jahre als Präsident vor. Die Vereinigung umfasst zahlreiche Spitzenbetriebe des Bundeslandes.
Für seine Verdienste um den burgenländischen Weinbau erhielt Anton Kollwentz 2021 das Komturkreuz des Landes Burgenland. Zu seinem 80. Geburtstag erschien zudem die Biografie „Der Weinbaupionier Anton Kollwentz“.