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Kostendruck

Branche fordert rasches Handeln der Politik

Steigende Preise in Hotellerie und Gastronomie geraten zunehmend in den politischen Fokus. Während der Finanzminister Preissteigerungen prüfen lässt, fordern ÖHV und WKÖ rasche strukturelle Entlastungen.

Die Diskussion um steigende Preise in Hotellerie und Gastronomie nimmt an Schärfe zu. Während Finanzminister Markus Marterbauer angekündigt hat, Preissteigerungen in der Branche genauer zu prüfen, melden sich zentrale Interessenvertreter mit deutlichen Forderungen zu Wort und verweisen auf strukturelle Ursachen jenseits der Betriebe.

Der Präsident der Österreichischen Hotelvereinigung (ÖHV), Walter Veit, warnt davor, Symptome statt Ursachen zu bekämpfen. Preissteigerungen in Hotels und Gastronomie seien kein Selbstzweck, sondern Ergebnis eines Systems, in dem die Branche fast ausschließlich im Inland einkaufe und dort mit hohen Lohnnebenkosten, Energiepreisen, Steuern und Bürokratie konfrontiert sei. „Wer etwas gegen hohe Preise tun will, muss bei Energie, Abgaben und staatlichen Kosten ansetzen“, so Veit. Besonders kritisch sieht die ÖHV die Preisgestaltung landesnaher Energieversorger sowie jüngste zusätzliche Belastungen wie Trinkgeld-Pauschalen und steigende Ortstaxen.

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Gleichzeitig betont Veit, dass eine faire Untersuchung der Teuerung durchaus eine Chance sein könne, sofern sie alle Kostentreiber transparent mache. Dann werde sich zeigen, wer tatsächlich von der Inflation profitiere. Seine Forderung: Entlastung des Faktors Arbeit, Senkung des ermäßigten Mehrwertsteuersatzes sowie ein Stopp weiterer Steuer- und Abgabenerhöhungen.

Kraus-Winkler drängt auf rasche Umsetzung

Weniger konfrontativ, aber inhaltlich anschlussfähig äußert sich Susanne Kraus-Winkler, Obfrau der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). Sie begrüßt die im Ministerrat angekündigten Maßnahmen zur Stärkung des Tourismusstandorts grundsätzlich, mahnt jedoch rasches Handeln ein. „Entscheidend ist nun aber die Geschwindigkeit. Die angekündigten Punkte müssen rasch als Gesetzestexte vorliegen und beschlossen werden, damit sie in den Betrieben tatsächlich wirken“, so Kraus-Winkler.

Positiv bewertet sie insbesondere angekündigte Anpassungen im Statistikbereich, etwa bei der Inflationsgewichtung und der Nächtigungsauswertung, sowie die Umsetzung des digitalen Gästeblatts. Gleichzeitig warnt auch sie davor, die gute Buchungslage über strukturelle Probleme hinwegzutäuschen. Hohe Energie- und Wareneinsatzkosten, Personalmangel und bürokratische Belastungen würden die Betriebe weiterhin stark fordern.

Die WKÖ fordert daher zusätzliche Schritte aus dem Regierungsprogramm, darunter ein vereinfachtes Aushilfskräftemodell, Erleichterungen bei der Betriebsnachfolge, die rasche Abwicklung offener Coronahilfen sowie Maßnahmen zur Eigenkapitalstärkung und zur Ankurbelung von Investitionen.

Beide Positionen zeigen: Der Tourismus gilt quer durch alle Interessenvertretungen als zentrale Stütze der Konjunktur. Einig ist man sich auch darin, dass ohne strukturelle Entlastungen (bei Kosten, Bürokratie und Investitionsbedingungen) die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Österreich unter Druck bleibt.

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