Energiepreise

Warum der Tourismussektor Energie sparen muss

Energieeinsparen
03.03.2022

Der rasante Anstieg der Energiepreise bekommt durch den Krieg in der Ukraine neuen Schub. Trotz etwaiger Abfederungen durch die Politik werden Gastronomie und Hotellerie auch massiv Energie sparen müssen. Der Salzburger Hotelier Christian Hetteger hat uns erklärt, wie er das macht.
Ob Strom oder Gas: Energie wird für alle teurer. 

Vieles scheint derzeit in der Schwebe. Eines scheint dabei fix: Der Anstieg der Energiepreise wird weitergehen. Teilweiser Boykott und ein möglicher Exportstopp von Seiten Russlands treffen in Österreich vor allem die Gas-Bezieher. Rund 80 Prozent des Gases bezieht Österreich aus Russland. 50 Prozent davon gehen in die Industrie, 30 Prozent in die Stromerzeugung und 20 Prozent in die Haushalte und den Dienstleistungssektor.

Gerade hier liegt das Problem der Gastronomie - und vielmehr noch der Hotellerie. Bereits vor Kriegsausbruch erhob die ÖHV in einer Mitgliederbefragung die Meinung zu den Energiepreisen.

Die aktuelle Umfrage der ÖHV (stammt noch vor Kriegsausbruch) zeigt, dass die Mitgliederbetriebe schon Ende Februar mit den Energiepreisen zu kämpfen hatten. 

Alternativen sind gefragt

Auf der betrieblichen Ebene muss rasch und entschlossen reagiert werden: 45 Prozent der Befragten wollen verstärkt in alternative Energiegewinnung investieren und 76 Prozent Energie sparen.

Der Energiepreisgipfel der Bundesregierung im Februar hat schlichtweg auf den Tourismussektor vergessen, bzw. in mit keiner Wichtigkeit bedacht. Es bleiben 150 Euro Energiebonus pro Haushalt, mehr Energieabgabenvergütung für die produzierende Wirtschaft, aber keine Hilfe für den Dienstleistungssektor. Gerade jetzt scheint es an der Zeit, über ein Aufschnüren des Paketes nachzudenken. Aber natürlich ist auch jedes Unternehmen gefordert, einzusparen.

Wie spart man Energie?

Christian Hettegger führt mit seiner Frau Katharina den Tauernhof in Großarl.

Christian Hettegger vom Hotel Tauernhof hat uns in einem Gastkommentar (zu lesen in der kommenden Printausgabe der ÖGZ) einen Einblick gewährt, wie die Energiekosten gedrückt werden können.

"Im Jahr 2016 hatten wir einen jährlichen Strombedarf von ca. 950.000 kwh, der sich mit ca. € 0,088 (ca. € 83.600) inkl. aller Abgaben zu Buche schlug. Bei den aktuellen Strompreisen ist man hier ca. bei € 0,40! (=380.000). Im Zuge des Umbaus errichteten wir eine Photovoltaikanlage auf unserem Hoteldach mit 98,8 kwp. Wir produzieren damit ca. 10 % des gesamten Strombedarfs. Das senkt die Kosten beim derzeitigen Strompreis um ca. € 40.000. Bei der Anschaffung einer PV-Anlage kann man ca. mit € 1.000,-- pro kwp rechnen, abzüglich diverser Förderungen. Auch das neue „EAG“ bringt Vorteile. Es bietet z.B. die Möglichkeit, Energiegemeinschaften zu gründen, was Verbrauchern und Erzeugern zugutekommt, ermöglicht direkte Stromlieferverträge mit heimischen Stromerzeugern. Da mein Vater und zwei seiner Brüder ein Wasserkraftwerk in Großarl betreiben, wird auch das bei uns schon angedacht."

"Weitere Einsparungspotenziale ergeben sich durch die Umstellung auf LED-Beleuchtung und Bus-Steuerung. Richtige Stromfresser sind alte Heizungspumpen. Hier lohnt es sich auf jeden Fall mal nachzuschauen, neuere sind oft um 50 bis 70 Prozent effektiver."