T.A.I.: Sie feiern heuer zwei große Jubiläen: 60 Jahre Air France-Verbindung zwischen Paris und Wien und das 90-jährige Jubiläum der KLM-Verbindung Wien–Amsterdam. Flog Air France nicht schon früher nach Wien?

Guido Hackl: „Das ist partiell korrekt. Die Geschichte von Air France reicht bis 1922 zurück, als die Vorgängerin damit begann, nach Wien-Aspern zu fliegen, aber nicht direkt. 1933 wurde dann Air France gegründet und seit 60 Jahren besteht die Direktverbindung Wien-Paris. Im Oktober wird KLM übrigens 107 Jahre alt.“

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Während Air France lediglich Wien anfliegt, ist KLM samt Töchtern wesentlich breiter aufgestellt. Können Sie uns etwas über die aktuellen Verbindungen erzählen?

„Das ist wirklich eine interessante Frage, denn Lufthansa fliegt nicht mehr Innsbruck-Frankfurt. Die KLM-Tochter Transavia fliegt hingegen von Anfang Dezember bis Ende März bis zu dreimal täglich Innsbruck-Amsterdam … das ist für Westösterreich die beste Verbindung. Alles – z.B. Innsbruck–New York – wird unter KLM-Codes angeboten. Zwischen Dezember und Ende März fliegt Transavia auch von Salzburg nach Amsterdam. Innsbruck-Amsterdam wird übrigens ganzjährig angeboten, im Sommer aber sehr abgespeckt, ein bis zweimal pro Woche. Es gibt in Tirol eine relativ große niederländische Community.“

Gibt es nicht auch Transavia France?

„Ja, die fliegt dreimal pro Woche Wien–Paris Orly. Das ist näher an der Stadt. Bei Air France, die nach Paris Charles de Gaulle unterwegs ist, steigen die meisten Passagiere um. Air France fliegt dreimal täglich nach Charles de Gaulle, KLM viermal pro Tag nach Amsterdam Schiphol, im Winter drei- bis viermal.“

KLM wird im Oktober 107 Jahre alt © KLM

Air France-KLM spielt auch eine wichtige Rolle im Österreich-Incoming. Können Sie uns etwas darüber – wie viele Passagiere etc. – sagen?

„Ohne Transavia werden bei Air France-KLM rund 75 % der Passagiere in anderen Märkten verkauft. Das ist auch umgekehrt so. Nur ein Viertel der Gäste ist point-to-point.“

Über die beiden Hubs erreichen die Passagiere quasi die ganze Welt. Welche Verbindungen „beyond“ sind die meistgebuchten der Österreicher:innen?

„Für den österreichischen Markt sind das unsere Ziele in Süd- und Nordamerika, gefolgt von der Karibik … die boomt momentan ziemlich. Lima und Rio de Janeiro sind die beiden mit Abstand beliebtesten Ziele. In Nordamerika profitieren wir durch die Kooperation mit Delta und Virgin, wobei vor allem Delta tolle Anbindungen bietet, allen voran Atlanta. Das geht aus Österreich am besten, es gibt kaum Mitbewerb.“

Wie sind generell die Buchungszahlen ab Österreich für Paris und Amsterdam?

„Sie entwickeln sich sehr positiv! Ich bin zufrieden mit den Zahlen. Das erste Halbjahr 2026 war durch die Golf-Krise geprägt, da hatten wir viele Passagiere nach Afrika und Asien. Ein weiterer Trend: Es wird immer kurzfristiger gebucht! Auch werden hochwertige Tickets verkauft, wir verzeichnen viel Wachstum in der Business- und der Premium-Klasse, sowohl im Geschäftsreise- als auch im Leisure-Segment. Es herrscht also eine durchaus positive Entwicklung.“

Air France-KLM bietet neben Lufthansa um TAP Air Portugal mit. Welchen Mehrwert für die Gruppe böten die Flüge ab Lissabon?

„Lissabon wäre unser erster Hub in Südeuropa. Wir sind im Süden des Kontinents nicht so stark vertreten. Es wären also durchaus interessante Ergänzungen und Synergien, die vor allem in Südamerika entstehen. Die Entscheidung erfolgt aber natürlich auf Konzernebene.“

Das von Air France mitgegründete „SkyTeam“ hat eine besondere Relevanz für Österreich. Welche Allianz-Mitglieder fliegen direkt Wien an?

„Seit zwei Jahren ist SAS neu im ‚SkyTeam‘, das rund 1.000 Destinationen in 160 Ländern anbietet. Österreich wird neben uns – also der Air France-KLM-Gruppe – auch von Taiwans China Airlines, der chinesischen China Eastern, Korean Air, Saudia und SAS angeflogen. Wir dürfen mit SAS aus wettbewerbsrechtlichen Gründen aber nicht zusammenarbeiten, also uns nicht preislich abstimmen etc. Wir bieten aber mit SAS Codeshare-Verbindungen an und probieren, das Umsteigen so angenehm wie möglich zu machen.“