Herz des Geschehens rund um das „European Forum Alpbach“ ist das CCA (Congress Centrum Alpbach), das seit fast fünf Jahren unter Leitung von Thomas Kahn steht. Dieser stellt gleich zu Beginn des Gespräches mit T.A.I. zufrieden fest, dass „das Jahr gut gelaufen ist.“ So gab es im Frühjahr viele Innovationen und Investitionen. Dabei setzte das Congress Centrum Alpbach mit einer 100 m² großen LED-Wall im Hauptsaal – der größten festverbauten im österreichischen Kongressbereich – und zusätzlichen Digital-Flächen in den Foyers Maßstäbe für die visuelle Inszenierung von Großveranstaltungen.
Pro Jahr werden im Congress Centrum Alpbach im Durchschnitt 45 bis 50 Veranstaltungen durchgeführt, wobei „der Juli immer stärker wird“, wie Thomas Kahn betont. Die Veranstaltungen dauern im Schnitt zweieinhalb Tage.
VeranstaltungsReigen und das „European Forum Alpbach“
Größte Veranstaltung ist und bleibt das „European Forum Alpbach“, zu dem heuer 4.600 bis 4.700 Personen in das Bergdorf reisten. Während die erste Woche laut Thomas Kahn „mehr Labor-Charakter“ hat, erfolgte in der zweiten die eigentliche Konferenz. Heuer war es die 82. Veranstaltung des 1945 erstmals abgehaltenen Forums.
Alpbach war damals bewusst als Ort gewählt worden, denn das abgelegene Bergdorf sollte Studierenden, Wissenschaftlern und Intellektuellen ermöglichen, mehrere Wochen intensiv miteinander zu leben, zu diskutieren und über die Zukunft Europas nachzudenken.

Thomas Kahn,
Geschäftsführer und Managing Director im Congress Centrum Alpbach
Die Vorlaufzeit der Veranstaltungen wird immer kürzer. Früher hatten wir zwei bis vier Jahre Vorlaufzeit. Jetzt ist das deutlich weniger geworden, oft ein Jahr und weniger im Voraus.
Am Schlusstag des „European Forum Alpbach“ gab es heuer zum zweiten Mal den „WKO Tourismus Summit“, der unter dem Motto „Transform Tourism – Mut zur Veränderung“ stand und an dem rund 300 Vertreter:innen aus Tourismuswirtschaft, Politik und Wissenschaft teilnahmen.
Seither reißt der Veranstaltungs-Reigen nicht mehr ab. „Auch der Oktober ist sehr intensiv“, betont Thomas Kahn. So stehen u. a. das 40. Alpbacher Finanzsymposium (es ist mit rund 560 Teilnehmer:innen, allen voran CFOs, CEOs und Treasurern großer Unternehmen, die größte Finanzveranstaltung Österreichs), die 25. Flussbautagung des Landwirtschaftsministeriums und des Landes Tirol, die 33. Tagung des „Netzwerk Essstörungen“ oder der XXI. csrTAG auf dem Programm. Zum csrTAG kommen rund 250 Vertreter:innen aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft zusammen, „um die Zukunft nachhaltigen und verantwortungsvollen Wirtschaftens aktiv mitzugestalten.“ Doch damit ist nicht Schluss. Thomas Kahn: „Das geht so weiter, bis in den November. Erst dann wird es ein wenig ruhiger.“
„Multiple Krisen“ und einige Vorteile für Österreich
Wobei, wie Thomas Kahn betont, „die Vorlaufzeit der Veranstaltungen immer kürzer wird“. Vor vier Wochen hatte er eine Anfrage für eine Firmenveranstaltung Ende Oktober. Es gab also rund sieben Wochen Vorlaufzeit, „was die Planung der Veranstaltung, aber auch im Unternehmen schwieriger macht“. Bei Kongressen ist eine ähnliche Entwicklung wie bei den Firmenveranstaltungen feststellbar: „Früher hatten wir zwei bis vier Jahre Vorlaufzeit. Jetzt ist das deutlich weniger geworden, oft ein Jahr im Voraus“, so Thomas Kahn.
Die Gründe sind in den „multiplen Krisen und der geopolitischen Lage“ zu suchen, die „für verschiedene Einflüsse auf Wirtschaft und Gesellschaft“ sorgen. „Es wird für Veranstalter immer schwieriger, langfristig zu planen“, meint Thomas Kahn, der aber für Österreich und für das CCA darin Vorteile sieht: „Diese liegen etwa in der Sicherheit, in der Lage und in der gelebten Nachhaltigkeit.“ Tagen im Grünen und Events mit Mehrwert haben halt ihre Vorteile.
