Die Fahrt über die 291 km lange Strecke dauert 8 Stunden. Dabei werden 291 Brücken und 91 Tunnel passiert. Es gilt Reservierungspflicht. Die dachhohen Panoramafenster in allen Wägen ermöglichen einen Rundumblick und auf jedem Platz liegen Kopfhörer, durch die mittels Audioguide während der Fahrt Wissenswertes zu besonderen Abschnitten und über einzelne Orte zu erfahren ist.
Bereits die Anreise ist eine Wucht
Schon die Fahrt mit der Bahn von Zürich über Chur in das Engadiner Tal – es gehört zu den höchstgelegenen bewohnten Tälern Europas – bietet einen Vorgeschmack auf das, was folgt. Zunächst faszinieren die vielen Burgen und Schlösser an den steilen Berghängen, wenig später staunt man, wie kühn diese Bahntrasse im Albulatal in Graubünden vor über 100 Jahren als Meisterwerk der Ingenieurskunst angelegt worden ist.
Nach rund zwei Stunden ist das Bergdorf Pontresina erreicht – ein Ort, der weniger im touristischen Fokus steht als das nahe gelegene mondäne St. Moritz. Beim Bummel durch die kaum befahrene Hauptstraße von Pontresina faszinieren Engadiner Häuser mit prächtigen Graffiti. Die weißen schneebedeckten Hänge des Bernina-Massivs im Hintergrund runden die Postkartenidylle ab.

Langsamster Schnellzug der Welt
In St. Moritz beginnt die Fahrt mit dem legendären „Glacier Express“, dem „langsamsten Schnellzug der Welt“. Die ersten Kilometer bis Chur kennen wir schon von der Anreise. Doch jetzt ist man vorbereitet, um Viadukte und die Kehrtunnels bestmöglich bestaunen zu können.
Während sich die Bahn ab Chur durch die enge Rhein-Schlucht mit ihren Felsformationen windet, wird das Mittagessen angeboten. Man kann unter einem dreigängigen Tagesmenü wählen oder „à la carte“ bestellen. Alle Speisen werden im Zug frisch zubereitet und am Platz serviert.
In Disentis – ein Ort im Westen Graubündens – wird wegen des Lokwechsels länger angehalten, denn nun beginnt ein steiler Abschnitt, der nur mittels Zahnradlok bewältigt werden kann. Am höchsten Punkt der Reise, auf dem 2.033 m hohen Oberalp-Pass, erfolgt ein längerer Aufenthalt, bei dem man das wundervolle Panorama genießen kann.
Wenig später erreicht der Zug Andermatt, bereits im Kanton Uri am Fuße des Gotthard gelegen und ein historischer Knotenpunkt zwischen Nord und Süd, Ost und West. Bei der langsamen Fahrt durch den Ort lassen sich einige der Patrizierbauten mit ihren schön bemalten Fassaden erspähen. Anschließend wird der 15 km lange Furka-Basistunnel passiert, der seit 40 Jahren den ganzjährigen Betrieb des „Glacier Express“ ermöglicht. Schließlich wird Brigg im Wallis erreicht. Bei der Einfahrt in den Bahnhof sind die Türme des Stockalper-Schlosses, des Wahrzeichens der Stadt, zu sehen.
Steilster Abschnitt
Bei Visp, einem weiteren Bahnknotenpunkt, wo man in Richtung Bern umsteigen kann, beginnt der mit bis zu 12,5 % steilste Abschnitt der Strecke. Der Zug windet sich durch das Mattertal und erreicht schließlich das autofreie, auf 1.600 m gelegene Alpendorf Zermatt. Die zum Teil über 500 Jahre alten Holzhäuser des Walserdorfs liegen eingebettet in einer stillen und wilden Bergwelt.

Wie eine Pyramide thront das 4.478 m hohe Matterhorn über dem Ort. Empfehlenswert ist die Fahrt mit der Gornergratbahn, der ersten elektrischen Zahnradbahn der Schweiz. Sie bietet einen Blick aufs Matterhorn, 28 Viertausender, den Gornergletscher und führt durch Wälder sowie Almwiesen. Nach einer halben Stunde ist das Gornergrat auf 3.089 m mit dem höchstgelegenen Hotel der Schweiz erreicht. Das Restaurant „Glacier Alpin Kitchen“ bietet ein Mittagsmenü mit regionalen Zutaten, ein stilvolles Ambiente und traumhafte Aussichten.
Sollten aber Wolken die Berge verhüllen, bietet das neue „Zoom the Matterhorn“ Ersatz in einer ehemaligen Seilbahnstation am Gornergrat: Eine multimediale und interaktive Erlebniswelt mit 3D-Kino und einem Gleitschirmflug mit 3D-Brille. Das Bergpanorama und der Blick auf das Matterhorn bleiben in jedem Fall unvergesslich. www.switzerland.com, www.glacierexpress.ch
