Burgerkette Ludwig jetzt Bio Austria-zertifiziert
Bio-zertifizierte Gastro-Betriebe sind in Österreich nach wie vor die Ausnahme, bio-zertifizierte Ketten erst recht. Umso bemerkenswerter ist der Schritt von Ludwig, der nun die dritte Filiale eröffnet hat.
Die beiden Burger-Restaurants in Innsbruck und Salzburg wurden Ende 2025 mit dem Bio Austria-Zertifikat versehen. In den kommenden Wochen folgt mit Ludwig in der SCS Vösendorf ein dritter Standort. Besonders Innsbruck schreibt damit Gastrogeschichte: Das 2014 eröffnete Ludwig ist laut Eigenangaben des Unternehmens der erste Bio Austria-zertifizierte Gastronomiebetrieb der Tiroler Landeshauptstadt. Ein Umstand, der zeigt, wie hoch die Hürden für Bio-Zertifizierungen im Außer-Haus-Markt nach wie vor sind.
Während Bio in der Individualgastronomie zunehmend verbreitet ist, gilt es in der System- und Kettengastronomie als schwierig: standardisierte Abläufe, konstante Lieferketten und wirtschaftlicher Druck stehen oft im Widerspruch zu Bio-Kriterien. Bio Austria verlangt unter anderem einen Mindestanteil von 30 Prozent Bio-Zutaten, jährliche Kontrollen, artgerechte Tierhaltung sowie den Verzicht auf Gentechnik und chemisch-synthetische Zusatzstoffe, was deutlich über EU-Bio-Niveau liegt. Dass eine Burgerkette diese Anforderungen erfüllt, ist alles andere als selbstverständlich.

Regionale Lieferketten
Bei Ludwig basiert das Konzept seit Jahren auf regionalen Partnerschaften: Verarbeitet wird Bio-Fleisch vom Sonnberg Biofleischhof aus Oberösterreich, die Burger-Buns kommen frisch von lokalen Bäckereien, die Pommes werden aus regionalen Bio-Kartoffeln handgeschnitten. Ergänzt wird das Sortiment durch Bio-Milchprodukte und ausgewählte Bio-Getränke. „Bio ist für uns kein Trend, sondern eine Haltung“, sagt Eigentümerin Angela Hauser. Die Zertifizierung mache nun sichtbar, wofür man intern schon lange stehe: verantwortungsvoller Umgang mit Lebensmitteln, transparente Herkunft und handwerkliche Verarbeitung.
Mit der bevorstehenden Eröffnung von Ludwig SCS Vösendorf wächst die Kette weiter und stellt sich damit einer weiteren Herausforderung: Bio-Standards auch bei Expansion konsequent mitzunehmen. Ob und wie gut sich das wirtschaftlich dauerhaft abbilden lässt, wird für viele BranchenkollegInnen besonders interessant sein.




