Timm Jelitschek verstärkt Realizing Progress
Mit dem Gemeinwohl- und Digitalisierungsexperten Timm Jelitschek holt Realizing Progress einen profilierten Experten ins Netzwerk.
Mit Timm Jelitschek erweitert das Beratungsunternehmen Realizing Progress sein internationales Netzwerk um einen Experten für gemeinwohlorientierte Regionalentwicklung und ethische Digitalisierung. Auf den ersten Blick ist das eine klassische Personal- und Netzwerkmeldung. Auf den zweiten verweist sie allerdings auf eine Debatte, die im Tourismus gerade erst an Schärfe gewinnt: Wie viel Technologie verträgt der Lebensraum eigentlich und wer profitiert davon wirklich?
Jelitschek, Nachhaltigkeitsmanager und Gemeinwohl-Berater aus Holzkirchen, bringt Erfahrung aus IT, Tourismus und agilen Arbeitsweisen mit. Zuletzt war er unter anderem an der Entwicklung der Tegernsee-App beteiligt, die als digitaler Reisebegleiter fungiert und auf Open-Data-Strukturen sowie barrierearme Nutzung setzt. Digitalisierung, so Jelitscheks Anspruch, dürfe kein Selbstzweck sein, sondern müsse Zugänge erleichtern und Akzeptanz schaffen. Das gilt für Gästen ebenso wie für die Locals.
Begriffe wie „Gemeinwohl“, „ethische KI“ oder „Lebensraumgestaltung“ gehören ja mittlerweile zum Standardvokabular vieler Tourismusstrategien. In der Praxis bleiben sie jedoch oft ziemlich abstrakt. Genau hier setzt die Personalie an (zumindest dem Anspruch nach). Bei Realizing Progress soll Jelitschek touristische Regionen dabei unterstützen, Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Beteiligung der lokalen Bevölkerung zusammenzudenken. Für die Branche ist das sehr relevant. Denn der Druck auf Destinationen wächst: Digitale Services werden erwartet, gleichzeitig steigt die Sensibilität für Overtourism, Ressourcenverbrauch und fehlende Akzeptanz vor Ort. KI-gestützte Systeme versprechen Effizienz und bessere Steuerung. Das ist schön und gut, aber sie werfen auch neue Fragen nach Transparenz, Datenhoheit und Fairness auf.
Testfeld Tegernsee
Dass Jelitschek mit dem Tegernsee eine prominente Destination als Referenz vorweisen kann, ist kein Zufall. Dort wurde in den vergangenen Jahren versucht, digitale Angebote stärker mit regionalen Zielen zu verknüpfen (etwa durch offene Datenstrukturen, bessere Besucherlenkung und niederschwellige Informationsangebote). Ob solche Modelle skalierbar sind, ist offen. Aber sie liefern zumindest Anschauungsmaterial für eine Diskussion, die viele Regionen noch vor sich haben.




