Bernd Hinteregger ist neuer Vizepräsident der Wirtschaftskammer Österreich. Der Präsident des Sozialdemokratischen Wirtschaftsverbands folgt Christoph Matznetter, der seit 2009 dem Präsidium angehörte. Die zuständigen Kammergremien beschlossen den Wechsel am 7. Oktober.
Für die Tourismusbranche ist die Personalie relevant. Hinteregger kommt selbst aus der Hotellerie. Nach seinem BWL-Studium arbeitete er unter anderem als Marketingleiter der Verkehrsbüro Group, baute die HB1-Hotelkette auf und war als Investor und Hotelsanierer tätig. Nach Angaben des SWV hat er unter anderem zwölf Hotels saniert. Damit sitzt künftig jemand im engsten Führungskreis der Wirtschaftskammer, der Kostenstrukturen und Sanierungsfälle von Hotels nicht nur vom Hörensagen kennt.
Hinteregger übernimmt die Funktion allerdings nicht als Branchenvertreter der Hotellerie, sondern als Vertreter des Sozialdemokratischen Wirtschaftsverbands. Entsprechend breiter ist daher sein Programm. Er nennt Bürokratieabbau, weniger Doppelgleisigkeiten, stärkere Digitalisierung, verbindliche Servicestandards und mehr Transparenz als Schwerpunkte seiner neuen Aufgabe. Besonders stark will er Ein-Personen-Unternehmen und kleinere Betriebe adressieren. Die Kammer solle ihren Mitgliedern Arbeit abnehmen, statt zusätzliche Arbeit zu verursachen, lautet sein Anspruch. Zugleich will Hinteregger den bereits laufenden Reformprozess der WKO vorantreiben.
