Die österreichische Erdäpfelernte fällt 2026 deutlich kleiner aus als zuletzt. Nach der aktuellen Ernteschätzung werden rund 468.000 Tonnen erwartet. 2025 waren es noch 813.300 Tonnen. Damit sinkt die Menge binnen eines Jahres um mehr als 40 Prozent. Ein durchschnittliches Erntejahr liegt laut Landwirtschaftskammer bei rund 700.000 Tonnen.

Ursache sind vor allem die außergewöhnlich trockenen und heißen Monate ab Juni. Zusätzlich verursacht der Drahtwurm Schäden an den Knollen. Für den Markt bedeutet das nicht nur geringere Hektarerträge: Ein Teil der ohnehin knappen Ernte muss wegen Fraßschäden aussortiert werden. Wie viel der eingelagerten Menge nach Waschen und Sortieren tatsächlich verkauft werden kann, soll sich erst im Winter genauer zeigen.

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Eine seriöse Aussage darüber, um wie viel sich Erdäpfel verteuern werden, ist derzeit noch nicht möglich. Auch ein konkreter Zeitpunkt für stärkere Importe steht nicht fest. Landwirtschaftskammer und InteressenGemeinschaft Erdäpfelbau warnen allerdings davor, vorschnell auf ausländische Ware umzusteigen, solange ausreichend österreichische Erdäpfel verfügbar sind. Beim Einkauf könnte sich zunächst an anderer Stelle etwas verändern: Die Branche wirbt dafür, auch kleinere Knollen stärker zu akzeptieren. Optische Sortierung werde in einem knappen Jahr zum zusätzlichen Problem, argumentiert die IGE. Für Küchen, die Erdäpfel ohnehin schälen, schneiden, stampfen oder zu Knödeln verarbeiten, dürfte ein Teil der üblichen Handelsnormen tatsächlich weniger relevant sein als im Lebensmitteleinzelhandel.

Wie angespannt die Lage bei den Produzenten ist, zeigt eine Umfrage der InteressenGemeinschaft: 40 Prozent der befragten Betriebe wollen ihre Erdäpfelflächen weiter reduzieren, falls keine besseren Möglichkeiten gegen den Drahtwurm verfügbar werden. Weitere elf Prozent geben an, den Anbau deshalb ganz aufgeben zu wollen. Dabei handelt es sich um eine Branchenumfrage der Interessenvertretung, nicht um eine repräsentative Erhebung von Statistik Austria.