Die steirischen Hoteliers hatten sich eigentlich auf eine vergleichsweise moderate Erhöhung eingestellt. Ab Dezember 2026 sollte die Nächtigungsabgabe von 2,50 auf 2,80 Euro steigen. Diese Anpassung ist bereits rechtlich festgelegt. Nun will die Landesregierung aber deutlich weitergehen: Ab Juni 2027 soll die Abgabe nach den vorliegenden Plänen auf 4,90 Euro pro Person und Nacht steigen. Für zwei Erwachsene bedeutet das bei fünf Nächtigungen künftig eine Abgabe von 49 Euro statt bislang 25 Euro. Bei einem Familienurlaub kann der Gesamtbetrag entsprechend höher ausfallen, wobei die gesetzlichen Befreiungen zu berücksichtigen sind. Besonders bei günstigen Unterkünften macht die Abgabe einen spürbaren Anteil des Gesamtpreises aus.

Der Vorstoß der FPÖ-ÖVP-Landesregierung hat die Tourismuswirtschaft überrascht. Johann Spreitzhofer, Spartenobmann für Tourismus und Freizeitwirtschaft in der WK Steiermark, erklärte gegenüber dem ORF, die Branche sei ursprünglich lediglich über die Erhöhung auf 2,80 Euro informiert worden. Die nun geplanten 4,90 Euro seien überraschend gekommen. Die Schwierigkeiten beginnen für viele Betriebe aber bereits vor Inkrafttreten der geplanten Erhöhung. Hotels verhandeln Firmenraten und Gruppenpreise häufig Monate im Voraus. Auch Reiseveranstalter kalkulieren frühzeitig. Eine höhere Nächtigungsabgabe mitten im Jahr kann daher zusätzliche Abstimmungen notwendig machen. Philipp Florian vom Parkhotel in Graz verwies darauf, dass Firmenpreise für 2027 teilweise bereits vereinbart oder kommuniziert seien. Betriebe müssten die zusätzlichen Kosten entweder nachverhandeln oder unter Umständen selbst tragen. Die ÖHV sieht zudem die Preisgestaltung gefährdet. Ihr steirischer Landesvorsitzender Gernot Deutsch kritisiert, dass eine einheitliche Erhöhung weder unterschiedliche Saisonzeiten noch die jeweilige Nachfragesituation berücksichtigt.

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Streit um die Verwendung des Geldes

Hinter der Erhöhung steht auch die angespannte Budgetsituation des Landes. Die steirische Landesregierung hat für 2027 einen Haushaltsentwurf mit einem Finanzierungssaldo von minus 594 Millionen Euro vorgestellt. Zusätzliche Einnahmen aus der Nächtigungsabgabe sollen demnach das Budget stärken und Spielräume für Investitionen schaffen. Genau daran entzündet sich die Kritik der Branche. Die ÖHV wendet sich auch gegen die geplante Aufhebung der Zweckwidmung und die Möglichkeit zusätzlicher regionaler Erhöhungen. Aus Sicht der Hotellerie droht damit eine Abgabe, die zunehmend der allgemeinen Budgetfinanzierung dient, statt unmittelbar touristische Aufgaben zu finanzieren.

Landeshauptmann Mario Kunasek verweist dagegen auf die bislang vergleichsweise niedrige Nächtigungsabgabe in der Steiermark. Bei der Budgetpräsentation erklärte die Landesregierung, ein Nachziehen auf das Niveau vergleichbarer Bundesländer könne zusätzliche Investitionen in den Tourismusstandort ermöglichen.