Die Wiener Hotellerie bekommt derzeit zwei Botschaften gleichzeitig. Die Nachfrage wächst über das Gesamtjahr, doch auf Betriebsebene wird es nicht automatisch leichter, die zusätzlichen Kapazitäten zu füllen. Im August registrierte Wien 1,907 Millionen Nächtigungen. Der WienTourismus weist damit für den Monat ein leichtes Minus von 0,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr aus. Seit Jahresbeginn sieht das Bild deutlich besser aus: 13,08 Millionen Übernachtungen bedeuten ein Plus von vier Prozent.
Gleichzeitig ist das Angebot gewachsen. Rund 85.500 Hotelbetten standen im August zur Verfügung, etwa 2.400 mehr als ein Jahr zuvor. Die durchschnittliche Zimmerauslastung sank von rund 78 auf 75 Prozent, die Bettenauslastung von 60,2 auf 57,9 Prozent. Für einzelne Hotels ist genau diese Entwicklung entscheidender als ein neuer Nächtigungsrekord. Mehr Gäste verteilen sich auf mehr Zimmer. Neue Häuser und zusätzliche Kapazitäten erhöhen damit den Wettbewerbsdruck – insbesondere in Monaten, in denen die Nachfrage nicht im selben Tempo wächst.
Auch beim Umsatz verlief der Sommer zuletzt verhaltener. Im Juli erwirtschafteten Wiens Beherbergungsbetriebe netto 110,2 Millionen Euro aus Nächtigungen, um 0,6 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Kumuliert von Jänner bis Juli lag der Umsatz mit rund 758 Millionen Euro allerdings zwei Prozent über Vorjahr. Bei den Herkunftsmärkten fällt unter anderem Deutschland auf: Mit 332.000 Nächtigungen blieb der wichtigste Markt im August vier Prozent unter Vorjahr. Österreich legte dagegen um fünf Prozent zu, die USA um sechs Prozent. Besonders kräftig wuchsen die Türkei mit 21 Prozent und China mit 17 Prozent.
