Die steirische Fürgast Betriebsgastronomie GmbH hat Insolvenz angemeldet. Wie der Gläubigerschutzverband Creditreform mitteilt, wurde am Landesgericht für Zivilrechtssachen Graz ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beantragt.
Das Unternehmen mit Sitz in Seiersberg-Pirka weist laut Eigenantrag Verbindlichkeiten von rund 11,4 Millionen Euro auf. Dem stehen Aktiva zu Liquidationswerten von etwa 7,5 Millionen Euro gegenüber. Insgesamt sind rund 101 Gläubiger sowie 47 Mitarbeiter von der Insolvenz betroffen.
Kostenexplosion und schwächelndes Kantinengeschäft
Die 2016 gegründete Gesellschaft ging aus einem seit über 20 Jahren bestehenden Einzelunternehmen hervor und betreibt heute mehrere Geschäftsfelder: ein Hotel mit 52 Zimmern und Seminarbereich, ein Restaurant, die Belieferung von Werkskantinen sowie Automatenservices.
Als Hauptursachen für die wirtschaftliche Schieflage nennt das Unternehmen stark gestiegene Baukosten beim Hotelprojekt in Grambach sowie deutlich höhere Finanzierungskosten. Zusätzlich belasteten Schadensfälle, darunter Diebstahl und Einbruch mit rund 200.000 Euro Schaden, sowie steigende Personalkosten infolge kollektivvertraglicher Änderungen im Jahr 2024. Auch strukturelle Veränderungen im Kantinengeschäft wirkten sich negativ aus: Sinkende Mitarbeiterzahlen bei den belieferten Unternehmen führten zu rückläufigen Deckungsbeiträgen, während notwendige Restrukturierungen zusätzliche Kosten verursachten.
Fortführung geplant
Trotz der Insolvenz soll der Betrieb weitergeführt werden. Laufende Reservierungen und gebuchte Veranstaltungen sollen laut Unternehmen planmäßig stattfinden. Die weitere Vorgehensweise wird mit der noch zu bestellenden Masseverwaltung abgestimmt. Den Gläubigern wird ein Sanierungsplan mit einer Quote von 20 Prozent angeboten, zahlbar innerhalb von zwei Jahren.