Die Wiener Hotelentwicklungsgesellschaft EPH Group AG sucht über eine Kapitalerhöhung von bis zu rund 10,3 Millionen Euro frisches Kapital, um ihre Projektpipeline im DACH-Premiumsegment auszubauen. Das Modell setzt auf eine Arbitrage zwischen der hohen Nachfrage globaler Hotelkonzerne und deren bislang geringer Präsenz außerhalb städtischer Zentren.

Im Alpenraum und in Seenregionen des deutschsprachigen Raums fehlen internationale Hotelmarken im Premiumsegment weitgehend. Diese Lücke will die 2023 gegründete EPH Group AG schließen als Entwickler, der für globale Hotelkonzerne baut, die in den DACH-Markt expandieren wollen. Seit Ende 2025 ist das Unternehmen im Freiverkehr der Börse Stuttgart notiert, seit dem zweiten Quartal 2026 auch am Primärmarkt der Börse Düsseldorf sowie auf Xetra. Mit einer laufenden Barkapitalerhöhung treibt EPH nun die nächste Wachstumsphase voran.

Bindeglied zwischen Marken, Investoren und Regionen

Das Geschäftsmodell unterscheidet sich von klassischer Immobilienentwicklung. EPH deckt die gesamte Wertschöpfungskette ab: von der Grundstücksakquisition über die Projektentwicklung bis zur Betriebsstrukturierung und übergibt die fertigen Häuser an renommierte internationale Marken zum Betrieb. Die anvisierten Objekte verfügen über mindestens 200 Betten und befinden sich in exponierten Lagen abseits der Metropolen. Aktuell befinden sich mehrere Projekte in Österreich und Bayern in der Entwicklung, darunter ein Vorhaben in den Kitzbüheler Alpen auf einem 34.000 Quadratmeter großen Grundstück. Langfristig prüft das Unternehmen eine Expansion in weitere europäische Märkte. „Gerade wenn man sich im Alpenraum oder in Seenregionen umsieht, bemerkt man, dass die Auswahl an internationalen Marken im Premiumsegment sehr begrenzt ist“, sagt Vorstandsmitglied Yasmin Wilfling. „Unser Ziel ist, genau das zu ändern.“

Alexander Lühr, CEO der EPH Group AG
Alexander Lühr, CEO der EPH Group © EPH Group

Ein zentrales Element der Finanzierungsarchitektur ist das sogenannte „Land for Equity“-Modell: Grundstückseigentümer erhalten statt eines Kaufpreises Unternehmensanteile. Das ermöglicht eine rasche Erweiterung der Projektpipeline ohne hohen unmittelbaren Liquiditätsbedarf. Ergänzend sichert EPH Grundstücke und Projekte strukturiert in frühen Phasen, ohne den vollständigen Kaufpreis sofort fällig zu stellen; finale Zahlungen werden an definierte Entwicklungs- oder Finanzierungsmeilensteine geknüpft. Dadurch reduziert das Unternehmen sowohl den kurzfristigen Kapitalbedarf als auch die langfristige Kapitalbindung.

Yasmin Wilfling, EPH Group
Yasmin Wilfling, EPH Group © EPH Group

Kapitalerhöhung mit Bezugsrecht

Die laufende Barkapitalerhöhung richtet sich an private wie institutionelle Investoren und wahrt die Bezugsrechte bestehender Aktionäre. Maximal 142.858 neue Aktien werden zum Stückpreis von 72 Euro angeboten; das maximale Bruttoemissionsvolumen beträgt rund 10,3 Millionen Euro. Die Zeichnungsfrist läuft bis zum 26. Juni 2026. Neben dem klassischen Bankweg steht ein Online-Zeichnungstool auf der Unternehmenswebsite zur Verfügung. Die Erlöse sollen laut Unternehmensangaben primär für den Erwerb und die Weiterentwicklung bereits identifizierter Grundstücke und Projekte sowie den Ausbau der Eigenkapitalbasis verwendet werden. „Uns war von Anfang an wichtig, die Möglichkeiten des Kapitalmarkts bestmöglich zu nutzen. Unsere Expertise in der Finanzierung trägt hier Früchte und unterscheidet uns vom Mitbewerb“, sagt CEO Alexander Lühr. Die Emission ist die dritte Kapitalmarkttransaktion des Unternehmens nach zwei zuvor begebenen Anleihen.

Eckdaten der Kapitalerhöhung 

  • Emittentin: EPH Group AG  
  • ISIN: AT0000A34DM3  
  • WKN: A3EGG4  
  • Art der Maßnahme: Barkapitalerhöhung 
  • Maximale Anzahl neuer Aktien: 142.858  
  • Angebotspreis je neuer Aktie: EUR 72,00  
  • Maximales Bruttoemissionsvolumen: EUR 10.285.776,00  
  • Öffentliche Zeichnungsfrist: 21. Mai 2026 bis 26. Juni 2026, 12:00 Uhr