Es waren insgesamt 27.041 Business Events – also Kongresse Seminare und Workshops – die 2025 in Österreich veranstaltet wurden. Dass diese Zahl gegenüber dem Vorjahr, um 1,2 Prozent gesunken ist, sagt nicht viel aus, denn die relevanten Kennzahlen sind großteils gestiegen: Die Zahl der TeilnehmerInnen stieg um 3,5 Prozent auf 1,9 Millionen, die der internationalen TeilnehmerInnen um 10,8 auf 709.000. Mit 4,3 Millionen Nächtigungen gab es hier ein Plus von 15,4 Prozent, mit 3,2 Millionen bei den internationalen Nächtigungen einen Anstieg um sogar 19 Prozent. „Internationale Kongresse bringen hohe Wertschöpfung nach Österreich – weit über den Tourismus hinaus. Sie stärken Österreich als Wirtschafts-, Innovations- und Wissenschaftsstandort und sorgen für internationale Sichtbarkeit“, freut sich dementsprechend auch Sandra Neukart, Chief Operating Officer der Österreich Werbung. Sie präsentierte am 22. Mai 2026 gemeinsam mit Renate Androsch-Holzer, Präsidentin des Austrian Convention Büros, den Meeting Industry Report Austria mira 2025.
Wenn sich 20.000 treffen
Business Events haben als Querschnittsbereich einen Einfluss auf Hotellerie, Gastronomie und viele weitere Branchen. Inhaltlich bringen sie Wirtschaft, Wissenschaft und Politik zusammen. Es ist durchaus bedeutend, wenn sich etwa bei einem Radiologen- oder Geologenkongress bis zu 20.000 Menschen aus aller Welt in Wien treffen und mehrere Tage die neuesten Erkenntnisse ihrer Bereiche diskutieren und teilen. Hier kommen Forschung und Entwicklung zusammen und werden Entscheidungen, die globale Auswirkungen haben können, zumindest vorangetrieben.
Die konkrete Wertschöpfung betreffend, werden manche Zahlen bisher nur in Wien erhoben. So weiß man aus Wien etwa, dass TouristInnen im Schnitt 380 Euro pro Tag ausgeben, die TeilnehmerInnen von Business Events aber 560 Euro. Ebenfalls in Wien hat man erhoben, dass rund 30 Prozent der TeilnehmerInnen früher kommen oder später abreisen und so ihren Aufenthalt verlängern – 90 Prozent geben an, dass sie auf alle Fälle wieder kommen wollen. Der Ferientourismus und Business Events stärken sich gegenseitig. Studien sagen, dass Business Events in Wien für rund 19.000 Ganzjahresjobs als Fulltimeäquivalente sorgen. Aktuell wird von WIFO und Joanneum eine Wertschöpfungsstudie für ganz Österreich durchgeführt, die 2027 präsentiert werden soll und endlich noch mehr Einblick in die Wertschöpfung liefern soll. Immerhin rund zwei Drittel der Veranstaltungen finden außerhalb Wiens statt und stärken damit nicht zuletzt touristische Nebensaisonen.
Trends
Angesprochen auf die Trends in der Branche, zeigt sich, dass diese keine Ausnahme von allgemeinen Entwicklungen ist. Dazu gehören die Veränderungen und Möglichkeiten durch KI und Digitalisierung, der Wunsch nach noch größerer Personalisierung, die das Erlebnis noch persönlicher macht, sowie nach bleibenden Eindrücken, seien diese durch wissensgetriebene Formate oder auch Emotionen. Für immer mehr internationale Veranstalter sind außerdem nachhaltige Konzepte eine Voraussetzung und teil der Ausschreibungen. 2025 wurden in Österreich 559 zertifizierte Green Meetings & Events durchgeführt, ein Plus von 1,8 Prozent gegenüber 2024. „Green Meetings entwickeln sich zunehmend vom Zusatzangebot zum Entscheidungskriterium bei internationalen Veranstaltungen“, gibt Renate Androsch-Holzer Einblick. Eine vom Austrian Convention Bureau durchgeführte Blitzumfrage lässt weiter positiv in die Zukunft blicken: Rund der 72 der antwortenden Betriebe bewerten die Buchungslage besser oder entsprechend den Erwartungen. Nicht nur den Jobmarkt betreffend, sondern etwa auch im Bezug auf Wettbewerbsdruck, kurzfristige Buchungen oder auch steigende Anforderungen an Flexibilität und Planungssicherheit gibt es aber auch Herausforderungen.