Anlässlich des Österreichischen Tourismustages präsentierten Bundesminister Wolfgang Hattmannsdorfer, Staatssekretärin Elisabeth Zehetner, WKÖ-Präsidentin Martha Schultz und ÖW-Geschäftsführerin Astrid Steharnig-Staudinger die strategischen Schwerpunkte für die kommenden Jahre. Rund 900 Gäste aus Tourismuswirtschaft, Politik und Wissenschaft folgten der Einladung zur größten Branchenveranstaltung des heimischen Tourismus.

Im Mittelpunkt des Pressegesprächs stand der Auftrag an die Österreich Werbung, eine KI-Strategie für den Tourismusstandort zu entwickeln. Hattmannsdorfer begründete den Schritt mit der Dynamik des internationalen Wettbewerbs: „Künstliche Intelligenz wird die Spielregeln im internationalen Wettbewerb grundlegend verändern. Wer künftig sichtbar sein, neue Gäste gewinnen und Wertschöpfung im Land halten will, muss diese Entwicklung aktiv gestalten.“ Mit einem eigenen KI-Fahrplan und dem neuen Märktebewertungsmodell gebe man den Startschuss für die nächste Phase des internationalen Tourismusmarketings. Das Ziel formulierte der Minister klar: Österreich solle nicht nur zu den beliebtesten, sondern auch zu den innovativsten und wettbewerbsfähigsten Tourismusstandorten zählen.

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Wie groß die Verschiebung durch KI bereits ist, zeigt die von der Österreich Werbung beauftragte Studie „KI und Reisen“. In einzelnen Märkten nutzen demnach bereits mehr als 40 Prozent der Reisenden KI-Anwendungen zur Inspiration, Planung oder während der Reise selbst. Reiseentscheidungen entstehen der Studie zufolge zunehmend außerhalb klassischer Suchmaschinen und Buchungsplattformen, neue digitale Kontaktpunkte verlangen damit eine Anpassung touristischer Marketingstrategien.

ÖW-Geschäftsführerin Astrid Steharnig-Staudinger sieht darin eine grundlegende Verschiebung der touristischen Sichtbarkeit: „Die Gäste von morgen entscheiden anders als die Gäste von gestern. Deshalb reicht es nicht, sichtbar zu sein. Wir müssen dort präsent sein, wo Inspiration entsteht und Reiseentscheidungen getroffen werden: auf Social Media, über Empfehlungen und zunehmend auch in KI-gestützten Anwendungen.“ Österreich müsse sich dafür nicht neu erfinden, aber seine Stärken für neue Zielgruppen sichtbarer machen. Dazu solle eine zukunftsfähige Datenbasis für KI-Anwendungen aufgebaut werden, abgestimmt auf die Datenstrategie und den Tourism Data Space, ergänzt um eine Weiterentwicklung der Marktanalysen.

WKÖ-Präsidentin Martha Schultz verwies darauf, dass der eigentliche Erfolg weiterhin in den Betrieben entstehe: „Der Erfolg des österreichischen Tourismus entsteht in unseren Betrieben, bei Unternehmerinnen und Unternehmern, die investieren, innovieren und gemeinsam mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern jeden Tag Gastfreundschaft leben.“ Angesichts von Fachkräftemangel, steigenden Kosten und wachsendem internationalem Wettbewerb müsse man die Chancen von Digitalisierung, Künstlicher Intelligenz und neuen Märkten konsequent nutzen, um Wertschöpfung, Beschäftigung und Lebensqualität in den Regionen langfristig zu sichern. KI könne Betriebe entlasten, den entscheidenden Unterschied mache aber weiterhin der Mensch.

Gen Z und Internationalisierung

Die KI-Strategie ist Teil eines größeren Pakets, das auf der tags zuvor präsentierten Vision T aufbaut. Auf Basis des Regierungsprogramms und der neuen Tourismusstrategie hat das BMWET die Österreich Werbung beauftragt, die internationale Marktbearbeitung neu auszurichten. Ein neues Märktebewertungsmodell soll die Internationalisierung künftig stärker im Tourismusmarketing verankern.

Als zweiten strategischen Schwerpunkt nannten die Beteiligten die Generation Z als künftige Schlüsselzielgruppe, gestützt auf die ÖW-Studie „Reisen der Gen Z“. Rund 48 Millionen Menschen dieser Generation leben demnach in den wichtigsten europäischen Herkunftsmärkten Österreichs, sie zählt laut Studie zu den reiseaktivsten Zielgruppen Europas. Junge Reisende suchen verstärkt authentische, aktive und erlebnisorientierte Angebote, rund die Hälfte plant ihre Reise erst innerhalb der letzten vier Wochen vor Abreise. Reiseentscheidungen würden besonders stark durch Empfehlungen aus dem persönlichen Umfeld, Social Media und digitale Inhalte beeinflusst.

Zehetner ordnete die Zielgruppe in den Rahmen der Vision T ein: „Die Generation Z spielt dabei eine Schlüsselrolle: Sie wird die Gäste, Mitarbeitenden und Unternehmerinnen und Unternehmer von morgen stellen.“ Mit dem neuen Beteiligungsformat „GenZ goes GenT“ wolle man junge Menschen gezielt stärker in tourismuspolitische Entscheidungen einbinden.

Über die Studien „Reisen der Gen Z“ und „KI und Reisen“

Die Österreich Werbung als Auftraggeber stellt dem heimischen Tourismus Basisinformationen zur Studie „Reisen der Gen Z“ und „KI und Reisen“ kostenlos zur Verfügung. Die Studien liefern aktuelle Erkenntnisse zum Reiseverhalten der Generation Z sowie zur Nutzung von Künstlicher Intelligenz entlang der Customer Journey. Mehr Informationen zu den Studien und die Bestellmöglichkeit: