“Gerade Salzburg stellt der Urlauber-Reiseverkehr vor zunehmende Probleme, zumal mit der Tauernautobahn eine der wichtigsten Nord-Süd-Transitrouten durch das Bundesland führt”, schildert Salzburgs für Verkehr ressortzuständiger Landeshauptmann-Stellvertreter Stefan Schnöll (ÖVP). “Für uns war daher klar, dass wir Handlungsbedarf haben”, ergänzt Leo Bauernberger, Geschäftsführer der Salzburger Land Tourismus Gesellschaft (SLTG). “Ziel war es, mit einem möglichst guten Angebot an Öffis Abhilfe zu schaffen”, ergänzt Bauernberger.
Nach längeren Planungen startete das Guest Mobility Ticket mit Beginn der Sommersaison 2025. Finanziert wird es durch einen Zuschlag zur Ortstaxe, der im ersten Schritt 50 Cent pro Übernachtung beträgt. Dieser Betrag gilt auch heuer, wird im Endausbau mit 2027 aber auf 1,10 Euro je Übernachtung erhöht. Davon ausgenommen sind Übernachtungen, für die auch keine Ortstaxe fällig ist wie solche in Jugendherbergen. “Unser Ziel ist, den öffentlichen Verkehr sukzessive auszubauen. Das betrifft Taktverdichtungen, aber auch neue Verbindungen in Gebieten, die bisher schlechter ans Öffi-Netz angebunden waren – etwa durch einen Mikro-ÖV mit Kleinbussen”, sagt Verkehrsreferent Schnöll.
Das Mobility Ticket erhält der Gast an der Hotelrezeption, sobald er angemeldet ist. Es gilt dann für die Dauer seines Aufenthalts. Bereits im ersten Jahr wurden 4,5 Millionen Tickets an Urlauber ausgegeben, davon 3,3 Millionen allein im Pinzgau und Pongau, Salzburgs tourismusintensivsten Bezirken. Im Sommer nutzten zwei Drittel der Urlauber das Angebot, im Winter war es immerhin die Hälfte.
Mit dem Zuschlag wurden im ersten Jahr bereits zehn Millionen Euro eingenommen. Im Endausbau sollen es ab 2027 doppelt so viel sein, also 20 Millionen. “Gegen das Konzept gibt es auch Vorbehalte aus einigen Regionen” räumt Stefan Schnöll ein. “Künftig sollen Beiräte für den öffentlichen Verkehr in den Bezirken mitentscheiden, wie das Geld genau verwendet wird. Fakt ist, dass vom verbesserten Öffi-Angebot für Urlauber auch Einheimischen in den Regionen mitprofitieren können.”
Mit dem Guest Mobility Ticket wollen Salzburgs Touristiker langfristig auch erreichen, dass deutlich mehr Urlauber schon öffentlich anreisen.