Wermut ist wieder sichtbarer auf Getränkekarten. Nicht als kurzfristiger Trend, sondern weil er in eine Lücke passt, die im Tagesgeschäft oft entsteht: zwischen klassischen Aperitifs, einfachen Longdrinks und anspruchsvolleren Cocktailangeboten. Für die Gastronomie ist dabei entscheidend: Wermut funktioniert nicht nebenbei. Dort, wo er aktiv eingesetzt, erklärt und positioniert wird, rotiert er. Dort, wo er nur „mitläuft“, bleibt er stehen. Das hat weniger mit Produktqualität zu tun als mit Klarheit im Konzept. er nicht aktiv angeboten wird. In der Praxis zeigt sich daher ein klares Bild: Eine kleine, bewusst gewählte Auswahl funktioniert besser als Breite ohne Idee. Zwei bis drei Produkte reichen in der Regel aus, wenn klar ist, wofür sie stehen – etwa als Aperitif, als strukturgebende Komponente in Drinks oder als gezielt eingesetzter Begleiter zu einzelnen Gerichten. Gerade im Sommergeschäft liegt die Stärke weniger in komplexen Anwendungen, sondern in klaren, nachvollziehbaren Kombinationen. Wermut kann hier eine Alternative zu klassischen Spritz-Varianten sein. Ein Drink, der funktioniert – und die Kategorie weiterdenkt Im Sommergeschäft funktionieren vor allem Drinks, die vertraut wirken. Eine ÖGZ-Kreation zeigt, wie sich Wermut mit minimalem Aufwand eigenständig interpretieren lässt. Vermouth Tea Tonic 5 cl Bianco Wermut, 1–1,5 cl frischer Limettensaft, 0,5–1 cl Honigsirup (Honig in warmen Wasser 1:1 gelöst), 2–3 cl kalter grüner Tee, mit Tonic aufgießen, viel Eis, Basilikum und Limettenzeste. Der Drink ist bewusst reduziert, aber klar strukturiert. Limette bringt Spannung, Tonic Frische und Länge, der Wermut die aromatische Basis. Der grüne Tee ergänzt eine feine, leicht herbe Linie und gibt dem Drink mehr Tiefe, ohne zusätzlichen Alkohol einzubringen. Honig bleibt im Hintergrund und rundet ab, ohne Süße in den Vordergrund zu stellen. Basilikum und Limettenzeste setzen gezielt auf Duft und Frische.