Egal, auf welcher Seite der Theke man steht, Gin ist für alle der wahrscheinlich einfachste Zugang zur Welt der Cocktails, Spirits und Barkunde. Und auch wieder nicht. Denn so simpel die Grunddefinition klingen mag – mindestens 37,5% ABV und Wacholder als Grundaroma – so vielschichtig verzweigen sich dann die Varianten. Denn der Gesetzgeber, aber auch die Tradition, erlauben im Gegensatz zu den meisten anderen Spirituosen den Herstellern sehr viel Freiheit. Weitere Botanicals? Soviele du möchtest. Geografische Angabe? Egal. Lagerung? Wie es gefällt. Lediglich bei der Bezeichung von London Gin über Dry Gin bis zu Distilled Gin sind die Rahmenbedingungen klar abgesteckt. Intensive Kombination aus Wacholder, Holzkohle, Zitronenzeste und schwarzem Pfeffer ergeben einen Ausblick auf das interessante Wechselspiel von Stein- und Kernobst am Gaumen. Langes Finish mit Übergang von schwarzem Pfeffer zu warmer Chilischärfe. Guter Kandidat für einen Dirty Martini. Die Dingle Distillery, auf der Halbinsel Dingle im südwestlichen County Kerry in Irland gelegen, wurde 2012 auf Initiative von Oliver Hughes, Gründer der bekannten Porterhouse Brewing Group und ihrer Bars in Dublin, London und New York als handwerkliche Brennerei gegründet. Ein morgendlicher Spaziergang über die Blumenwiese. Im Antrunk gesellen sich die fleißigen Bienchen mit sanften Honignoten, um dann im Abgang mit einer Prise Rosmarinsalz zu grüßen. Für einen sommerlichen Sundowner empfiehlt sich dazu das Connoisseurs Tonic von Fentimans. Die Faer Isles Distillery von den Färöer Inseln produziert außergewöhnliche Spirituosen, die stark von der rauen Natur der Inseln geprägt sind. Die Destillate entstehen mit lokalen Botanicals wie Angelika (Hvonn) und Nordatlantik-Seetang, die den Spirituosen eine charakteristische maritime Note verleihen. Lasst Blumen sprechen! Duftnelken, ein wenig Rosenöl, Bienenwachs und dezenter Wacholder ergeben ein samtweiches Bukett. Am Gaumen sehr cremig, rund und fast schon fleischig, warm im Abgang. Empfehlung der Redaktion: als Speisenbegleiter zu Steckerlfisch oder Stremellachs. Vor vielen Jahren erfuhren die Steinerbrüder durch Überlieferung ihres Großvaters, dem alten Wagnsonner, von einem uralten Familiengeheimnis: Ihre Vorfahren, fahrende Händler aus Schlesien, waren neben ihrer Tätigkeit als Greissler auch begeisterte Schnapsbrenner. Ok, als Schwarzbrenner. Dingle: knackscharf und funky zu Gold Faer Isles: von den Bienen und den Blumen Steinhorn: Fische sind Freunde!