Rückläufige Absätze auf der einen, wachsende Stilvielfalt auf der anderen Seite: Der heimische Biermarkt steckt in einer Veränderung, die für die Gastronomie als Chance verstanden werden sollte. Denn wer sein Bierangebot heute zeitgemäß und klug kuratiert, holt das Beste aus dem Grundnahrungsmittel vieler Gäste raus.
Innovation im Gärkeller
Besonders das alkoholfreie Segment entwickelt sich rasant, technisch wie geschmacklich. Dass die niederbayerische Brauerei zum Kuchlbauer gemeinsam mit der TU München eine neuartige Hefe nutzt, um ein aromatisches dunkles Weizenbier ohne Alkohol zu brauen, zeigt: Selbst in einer jahrhundertealten Kategorie ist Raum für echte Innovation. Die verwendete Hefe verzögert dabei die Alkoholproduktion so stark, dass voller Geschmack entsteht, bevor die Gärung gestoppt wird.
Ein Verfahren, das großen Brauereien mit teuren Vakuumanlagen bislang vorbehalten schien, wird damit auch für kleine Betriebe zugänglich. Weizenbier bleibt dabei ein Allrounder, der weit über den Biergarten hinausreicht, vom Spargel bis zum Kaiserschmarrn. Und Radler erlebt als erfrischende, gastronomisch unkomplizierte Option seine eigene Neubewertung.
