Zeitgleich mit Austrian Airlines präsentierte Lufthansa durch CEO Carsten Spohr und Finanzvorstand Till Streichert die Zahlen für das erste Halbjahr 2026. Jene von Austrian Airlines waren wenig berauschend (Bericht auf www.tai.at), was die Entwicklung der übrigen Passenger Airlines-Töchter der Gruppe, also Lufthansa, Swiss, Brussels und Eurowings sowie dem Logistik-Bereich interessant macht. Darin enthalten ist bekanntlich das „Belly Cargo“ (ca. die Hälfte entstammt den Passagierflugzeugen der genannten Airlines, der Rest kommt vor allem von den Frachtflugzeugen der Lufthansa Cargo).

Während die Ergebnisentwicklung bei den Passage Airlines im ersten Halbjahr durch den Iran-Krieg rückläufig war (EBIT -72,2 % auf -589 Mio. Euro), konnte die „Logistik“ ihren Erfolgskurs fortsetzen (EBIT +15,8 % auf 199 Mio. Euro). Vor allem Lufthansa Cargo profitierte von den geopolitischen Verwerfungen.

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Der größte prozentuelle Verlustanstieg von Austrian Airlines (das EBIT verschlechterte sich um –113,6 % auf –94 Mio. Euro) ist dadurch erklärbar, dass Österreichs Flag-Carrier besonders stark auf Mittel- und Osteuropa sowie Verbindungen in den Nahen Osten ausgerichtet ist. Diese belasteten das Ergebnis durch Flugumleitungen, Luftraumsperren und Nachfrageschwankungen besonders. Dazu kamen – wie in der LH Group generell – die massiv gestiegenen Kerosinpreise. Auch die Flottenerneuerung (dies führt zu höheren Wartungs-, Schulungs- und Betriebskosten) spielte eine Rolle.

Während also prozentuell die EBIT-Verschlechterung bei Austrian besonders stark war, verlor die Kernmarke Lufthansa Airlines viel mehr Geld (–12,7 % auf –364 Mio. Euro). Auch Eurowings (–83,9 % auf –252 Mio. Euro) und Brussels (–52,6 % auf –70 Mio. Euro) schlossen deutlich schlechter ab. Nur Swiss konnte ein positives EBIT ausweisen (+191 Mio. Euro), musste aber auch einen Rückgang (–8,2 %) hinnehmen.

Wie wird die LH Group am Ende des Jahres dastehen? Carsten Spohr spricht von einer „erhöhten Prognoseunsicherheit.“ Vor allem der signifikante Anstieg der Kerosinpreise belastet die Gruppe erheblich. Sie prognostiziert für 2026 ein „Adjusted EBIT“, das zwischen 1,7 und 2,2 Mrd. Euro liegen soll (Vorjahr 1,96 Mrd. Euro). Bisher wurde eines erwartet, das „deutlich über dem Vorjahr“ liegt.