Die lettische Airline mit Hauptsitz in Riga – sie fliegt bis zu 12-mal pro Woche von Riga sowie bis zu 3-mal pro Woche von Tallinn nach Wien – hat bekanntlich das US-amerikanische „Chapter-11“-Verfahren beantragt. Die lettische Airline konnte dies aufgrund der Besonderheit des US-Insolvenzrechts tun. Demnach können ausländische Unternehmen Chapter 11 nutzen, wenn sie einen ausreichenden Bezug zu den USA haben. Im Falle von airBaltic waren dies u. a. die enge Beziehung zum Triebwerkshersteller Pratt & Whitney sowie zu einem der großen Gläubiger.
Laut Dragica Gačić ist „Chapter 11“ nicht mit dem europäischen Konkursverfahren vergleichbar. airBaltic bleibt als „Debitor in Possession“ (DIP) selbst operativ tätig, während unter gerichtlichem Schutz Schulden, Leasingverträge und andere Verpflichtungen restrukturiert werden. Sie musste deshalb den Flugbetrieb nicht einstellen. Der Carrier konnte sogar unter „Chapter 11“ eine DIP-Finanzierung in Höhe von 350 Mio. Euro beantragen.
Jetzt plant airBaltic den Abbau von bis zu einem Viertel der Belegschaft, während sie die Airbus A220-300 Flotte auf etwa 36 Maschinen verkleinert (derzeit 54), gefolgt von einem Wachstum auf rund 40 Flugzeuge bis 2031. Auch will airBaltic weniger Ziele anbieten. Wichtig für Wien ist, dass der aktuelle Flugplan von diesen Maßnahmen unberührt bleibt. Wien soll sogar mehr Frequenzen erhalten als bisher. Auch die „Wet Lease“-Partnerschaft mit der Lufthansa Group, also auch Austrian Airlines, bleibt bestehen. Dieses Modell hat sich zu einem wichtigen Bestandteil von airBaltic entwickelt.
Mittelfristig strebt airBaltic durch diverse Einschnitte eine jährliche Ergebnisverbesserung von rund 45 Mio. Euro an.
