Touristische Grenzen sind für Gäste meistens ziemlich egal. Niemand sagt beim Frühstück: „Heute überschreite ich die Zuständigkeit des nächsten Tourismusverbands“. Man fährt dorthin, wo es schön ist, wo etwas los ist, wo man gut essen kann oder wo man nach drei Tagen halbwegs erholt wieder heimkommt.
Genau auf dieser Logik baut das neue Quellenviertel auf. Vitalwelt Bad Schallerbach, s’Innviertel, Entdeckerviertel und Hausruckwald treten künftig gemeinsam auf. Damit entsteht im Westen Oberösterreichs eine größere Destination, die von Thermen über Radwege und Moore bis zu Wirtshauskultur und Veranstaltungen einiges unter einen Hut bekommt. Das passt zur Neuordnung des oberösterreichischen Tourismus. Aus vielen kleineren Einheiten wurden sieben größere Destinationen. Dahinter steckt ein Gedanke: Marketing kostet Geld, Digitalisierung kostet Geld, gute Produkte kosten Zeit und Personal. Je kleiner die Struktur, desto schwieriger wird das alles.
Für Gäste macht diese Bündelung durchaus Sinn. Im Quellenviertel liegen sehr unterschiedliche Angebote nah beieinander: Radfahren am Inn- oder Tauernradweg, Wandern, Pilgern, Reiten in Ampflwang, Wellness in Bad Schallerbach oder Geinberg. Dazu kommen Wirtshäuser, Brauereien und regionale Küche.
Der Name „Quellenviertel“ versucht dafür einen gemeinsamen Rahmen zu schaffen. Quellen stehen hier nicht nur für Thermalwasser, sondern auch für Natur, Erholung und Regeneration. Das klingt natürlich ein bisschen nach Marketingabteilung. Ganz aus der Luft gegriffen ist es aber nicht: Mit den Thermen, dem Ibmer Moor, dem Hausruckwald sowie Inn und Salzach gibt es genug Stoff, um diese Klammer tatsächlich mit Inhalt zu füllen. Auch kulturell ist die Region nicht gerade leer. Stift Reichersberg, Burghausen gleich hinter der Grenze und das Woodstock der Blasmusik sorgen dafür, dass nicht alles nur nach Radweg und Bademantel klingt. Letzteres zieht immerhin Jahr für Jahr mehr als 100.000 Besucher an.
