Eine Zahl aus einem aktuellen Beitrag von Smart Hotel Key hat zuletzt aufhorchen lassen: 59 Prozent der Beschäftigungsverhältnisse in Österreichs Beherbergung und Gastronomie würden auf Menschen ohne österreichische Staatsbürgerschaft entfallen. Die Zahl stammt laut dem Medium aus einem Vortrag von Tourismusforscherin Nicole Häusler beim Travel Industry Club Tourismus.

Ein Blick auf offizielle Arbeitsmarktdaten zeigt sogar, wie stark der Anteil saisonal ausfallen kann. Im Februar 2026 wurden in Beherbergung und Gastronomie österreichweit 245.275 unselbständige Beschäftigungsverhältnisse registriert. 155.732 davon entfielen auf nicht-österreichische Staatsangehörige – rund 63,5 Prozent. Dabei handelt es sich ausdrücklich um einen Stichtagswert im Winter und nicht um einen Jahresdurchschnitt; die Zusammensetzung der Beschäftigung schwankt saisonal.

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Die Zahlen beschreiben zudem Beschäftigungsverhältnisse, nicht zwingend ebenso viele einzelne Personen. Ebenso wenig sagen sie etwas über „Migrationshintergrund“ aus: Erfasst wird die Staatsangehörigkeit. Diese Unterscheidungen sind wichtig: Ohne internationale Beschäftigte ließen sich große Teile der Branche derzeit kaum betreiben.

Genau dort setzt die Diskussion an, die Smart Hotel Key aus dem TICT-Talk aufgreift. Häusler warnt davor, Migration nur als Antwort auf offene Stellen zu betrachten. Qualifikationen würden teilweise nicht entsprechend anerkannt oder genutzt, Karrierewege blieben versperrt. Statt ausschließlich zu fragen, welche Kenntnisse internationalen Mitarbeitern fehlen, müsse die Branche stärker erfassen, welche Kompetenzen bereits vorhanden sind.
Wie aufwendig das in der Praxis sein kann, schilderte Michaela Stanciu, HR Business Partnerin im Wiener magdas Hotel. Dort arbeiten laut Smart Hotel Key 49 Mitarbeiter aus 20 Ländern; mehr als 60 Prozent hätten oder hatten einen erschwerten Zugang zum österreichischen Arbeitsmarkt. Seit der Eröffnung 2015 hätten mehr als 100 Menschen mit Fluchthintergrund dort ihre berufliche Laufbahn begonnen.

Internationale Mitarbeiter nach Österreich zu holen, ist nur der erste Schritt. Danach geht es um Onboarding, Sprache, Anerkennung von Kompetenzen, Weiterbildung und Aufstiegsmöglichkeiten. Für Hotellerie und Gastronomie wird Integration deshalb immer stärker zur Managementfrage: Wer jahrelang Personal im Ausland rekrutiert, muss auch beantworten können, welche Perspektive diese Mitarbeiter fünf Jahre später im Betrieb haben.