110 Hotelzimmer, Gastronomie, Seminarflächen, Spa und daneben 90 Wohnungen. Das geplante Seeviertel in Gmunden ist nicht nur ein großes Tourismusprojekt, sondern auch ein Beispiel dafür, wie eng Hotelentwicklung und Immobilienwirtschaft miteinander verzahnt sein können. Das aktuelle Projektvolumen liegt bei rund 180 Millionen Euro. Wie ORF Oberösterreich berichtet, erklärte Gmundens Bürgermeister Stefan Krapf bei einer öffentlichen Diskussion, ein Hotel allein sei an diesem Standort wirtschaftlich nicht darstellbar. Deshalb brauche es die Wohnbauten im Hintergrund zur Querfinanzierung. Kritiker des Projekts warnen hingegen vor zusätzlichen Nebenwohnsitzen, steigenden Immobilienpreisen und einem Quartier, das sich vom ursprünglich touristischen Anspruch entferne.

Projektentwickler Soravia plant ein Vier-Sterne-plus-Hotel mit 110 Zimmern, Gastronomie, Seminarflächen und Spa sowie 90 Wohnungen. Als Hotelmarke steht Marriott fest. Nach Angaben des Unternehmens ist die Finanzierung des Hochbaus gemeinsam mit der Oberbank gesichert; der Baustart ist für den Frühsommer 2027 vorgesehen. Politisch heikel ist vor allem die Wohnnutzung. Normalerweise müssen in Gmunden bei neuen Wohnprojekten 75 Prozent der Wohnungen als Hauptwohnsitze vermarktet werden. Für das Seeviertel beschloss der Gemeinderat im Juli eine Ausnahme: Dort sollen nur noch 25 Prozent dieser Vorgabe unterliegen. Ohne diese Sonderregelung wäre das Projekt laut ORF auf der Kippe gestanden.

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Auf der anderen Seite steht ein konkreter touristischer Bedarf, denn es fehlen hochwertige Übernachtungskapazitäten in Gmunden. Andreas Murray, Geschäftsführer des Tourismusverbands Traunsee-Almtal, sprach bei der Diskussion von jährlich zehntausenden Nächtigungen, die wegen fehlender Betten verloren gingen.