Ein neues Fünf-Sterne-Hotel mit 85 Zimmern und Suiten wäre für Falkensteiner keine außergewöhnliche Nachricht. Beim neuen Resort am Gardasee entsteht rund um das Hotel allerdings ein deutlich größeres Immobilienprojekt: Nach Abschluss aller Bauphasen sollen 174 Apartments hinzukommen, später sind außerdem vier Villen vorgesehen. Rund 150 Millionen Euro fließen nach Angaben der Falkensteiner Michaeler Tourism Group (FMTG) in das Gesamtprojekt in Salò.
Das Hotel empfängt bereits seit Juli Gäste und wurde am 25. September offiziell eröffnet. Fertig ist das Areal damit noch lange nicht. Die erste Bauphase mit Hotel und ersten Apartments ist abgeschlossen, die zweite läuft bereits. Die vollständige Fertigstellung ist für Sommer 2027 vorgesehen.
Hotel und Immobilie wachsen zusammen
Bemerkenswert: Den 85 Hotelzimmern und Suiten stehen im Endausbau 174 sogenannte Branded Residences gegenüber. Falkensteiner verkauft hier also nicht nur Nächtigungen, sondern verbindet den Hotelbetrieb mit Immobilienentwicklung und bewirtschafteten Eigentumsobjekten. FMTG-Chef Otmar Michaeler beschreibt genau diese Kombination als Teil der Expansionsstrategie der Gruppe. In Italien wolle Falkensteiner verstärkt mit Mixed-Use-Projekten wachsen, die Hotellerie und Branded Residences verbinden. Nach Unternehmensangaben arbeitet die Gruppe seit rund 20 Jahren mit diesem Modell. Am Projekt in Salò sind neben der FMTG unter anderem die Investoren Robert König und Albert Kerbl als Miteigentümer beteiligt.
Damit passt der Gardasee in eine Entwicklung, die gast.at zuletzt bereits beleuchtet hat: Internationale Hotelmarken koppeln klassische Beherbergung zunehmend mit Markenimmobilien. Käufer erwerben dabei eine Wohnung oder ein Apartment, können aber je nach Modell auf Infrastruktur und Dienstleistungen des Hotels zurückgreifen. Für Betreiber entsteht gleichzeitig ein Geschäftsmodell, das weit über den Verkauf von Hotelzimmern hinausgeht.
5.500 Quadratmeter Spa
Auf Hotelseite bleibt das Projekt dennoch groß dimensioniert. Das Resort verfügt über einen 5.500 Quadratmeter umfassenden Acquapura-Spa, getrennte Familien- und Adults-only-Bereiche sowie ein 1.500 Quadratmeter großes „Falkyland“. Hinzu kommen mehrere gastronomische Konzepte, darunter ein Rooftop-Restaurant und das „House of Negroni“. Die FMTG bezeichnet Letzteres als weltweit erstes Konzept dieser Art. Für Architektur und Interior Design zeichnet Matteo Thun & Partners verantwortlich. Entstanden ist das Resort auf dem ehemaligen Areal des Mineralwasserunternehmens Tavina in Salò.
Das Projekt ist zugleich ein Signal für die weitere Expansion der österreichisch-südtiroler Gruppe. Italien zählt laut FMTG zu ihren strategisch wichtigsten Wachstumsmärkten. Die Unternehmensgruppe betreibt mittlerweile mehr als 30 Vier- und Fünf-Sterne-Hotels und ist daneben in Residences, Camping, Projektentwicklung, Finanzierung und Tourismusberatung tätig.
