Drei Minuten in der Kältekammer, 800 Kalorien weg, der Kopf wieder klar und die Sommerfigur ist quasi inklusive: Mit Pama Cryo hat im Park Hyatt Vienna ein Anbieter eröffnet, der Kryotherapie als Longevity-Ritual nach Hollywood-Vorbild vermarktet. Für Hoteliers interessanter als die versprochene Leichtigkeit ist die Frage dahinter: Verschiebt sich Wellness vom Pool in die Kältekammer?
Das Prinzip ist schnell erklärt. Der Gast stellt sich für rund drei Minuten in eine Kammer mit minus 110 Grad Celsius, die Blutgefäße verengen sich, danach weiten sie sich wieder, und der Körper schüttet Endorphine und Adrenalin aus. Anbieter Patrick Martinelli und der Orthopäde Patrick Mader sprechen von einem „Reset für Körper und Geist“, von Regeneration, Fokus und gesteigerter Ausstrahlung. In Los Angeles, heißt es, gehöre das längst zur Routine von Schauspielern und Athleten zwischen zwei Drehterminen.

Verspannung, löse dich!
Dass die Tiefenkälte tatsächlich die Durchblutung anregt und Verspannungen lösen kann, ist unbestritten. Die runde Zahl von 800 verbrannten Kalorien pro Sitzung glauben wir jetzt einfach. Wir vermuten: Wer die Leichtigkeit danach spürt, spürt vor allem den Endorphinschub.
Für die Hotellerie ist das weniger eine Wellness- als eine Standortfrage. Ein Fünf-Sterne-Haus in bester Innenstadtlage bekommt einen Anbieter, der zahlungskräftige Gäste mit dem Versprechen von Effizienz und Selfcare anzieht: schnell, alltagstauglich, vor dem Büro oder zwischen zwei Terminen. Das passt zu einem Publikum, das Zeit knapp kalkuliert. Geeignet ist die Anwendung für nahezu jeden, ausgenommen Kinder unter 16 Jahren.