Wenn ein Gast ChatGPT fragt, welches Wellnesshotel für ein Wochenende geeignet ist oder wo man mit Kindern gut wandern kann, bekommt er / sie längst nicht einfach nur Links zu Hotelwebsites. Eine neue Analyse von Manuela Machner und KiNET.ai zeigt, wie breit die Quellenbasis inzwischen tatsächlich ist.

Von April bis August 2026 wurden täglich dieselben 154 deutschsprachigen Urlaubsfragen an ChatGPT, Google AI Mode, Google AI Overviews, Perplexity und Microsoft Copilot gestellt; Claude kam im August hinzu. Insgesamt wertete Machner 1,140 Mio. Quellenverweise aus. Untersucht wurde ausschließlich der österreichische Markt .

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Bei Fragen nach Hotels und Unterkünften entfielen im August 37,6 Prozent der Zitate auf Buchungs- und andere Portale, 28,7 Prozent auf die Websites der Betriebe selbst. Über alle touristischen Themen hinweg kamen rund 17 Prozent der Zitate von Websites einzelner Hotels, Bergbahnen, Thermen, Sehenswürdigkeiten oder anderer Anbieter. Auffällig ist, welche Seiten eines Betriebs zitiert werden. Neben der Homepage spielen vor allem Seiten zur Umgebung und zu konkreten Angeboten eine Rolle. Zimmer- und Preisunterseiten tauchen laut Untersuchung deutlich seltener auf. Auch Google-Unternehmensprofile und Sammelseiten von Destinationen können dafür sorgen, dass ein Betrieb in einer KI-Antwort vorkommt.

Damit verändert sich jedenfalls die Logik der Website: Wer ausschließlich Zimmerkategorien, Pauschalen und Preise optimiert, beantwortet möglicherweise nicht jene Fragen, mit denen Gäste in KI-Systeme einsteigen: Wo kann ich mit Kindern wandern? Welche Therme passt für einen Herbsturlaub? Welches Hotel liegt günstig für ein bestimmtes Ausflugsziel? Bei häufig zitierten Seiten findet Machner einen weiteren Zusammenhang: Seiten, die mehr als 30-mal für dieselbe Gästefrage zitiert wurden, tragen zu 87 Prozent einen Kernbegriff dieser Frage bereits im Titel. Daraus lässt sich allerdings kein einfacher SEO-Trick ableiten. Die Studie weist ausdrücklich darauf hin, dass sie Zusammenhänge beobachtet und keine Ursache-Wirkungs-Beziehung einzelner Optimierungsmaßnahmen beweist.

Auch zwischen den KI-Systemen gibt es erhebliche Unterschiede. Fast zwei Drittel der erfassten Domains tauchten nur in einem System auf. Was bei ChatGPT sichtbar ist, muss also bei Google oder Perplexity keineswegs dieselbe Rolle spielen. gast.at hatte im Juli bereits eine Analyse von 515 österreichischen Vier- und Fünf-Sterne-Hotels aufgegriffen, bei der die generelle Sichtbarkeit einzelner Häuser untersucht wurde. Die neue Studie beantwortet allerdings eine andere Frage: Welche Quellen verwenden KI-Systeme über einen längeren Zeitraum überhaupt, wenn Gäste konkret nach Urlaub in Österreich fragen?