Im Rahmen des dritten AlpenKlimaGipfels in Ehrwald wurde am 23. Juni erstmals der Alps Future Award verliehen. Die Auszeichnung wird von der Lebensraum Tirol Gruppe und dem alpenweiten Tourismusnetzwerk AlpNet vergeben. Wissenschaftlich begleitet wurde das Auswahlverfahren durch MCI Tourismus in Innsbruck. Insgesamt wurden 75 Projekte aus dem Alpenraum eingereicht.
In der Kategorie „Lebensraum Tirol“ setzte sich das Projekt Helioplant Tiefenbachgletscher Sölden durch. In der Kategorie „Tourismus“ ging die Auszeichnung an das Eco-Aparthotel OLM Nature Escape im Südtiroler Ahrntal. Die Jury bewertete neben der Umsetzung insbesondere die nachweisbare Wirkung und die Übertragbarkeit der Projekt.
Energiegewinnung im Hochgebirge
Das baumförmige Photovoltaiksystem Helioplant wurde von den Unternehmen ehoch2 und i.n.n. entwickelt. Nach Angaben der Projektverantwortlichen sorgt die Konstruktion durch Luftverwirbelungen für eine dauerhafte Schneefreiheit der Module und soll damit eine ganzjährige Stromproduktion im hochalpinen Raum ermöglichen. Seit 2023 ist eine Testanlage am Tiefenbachgletscher in Sölden mit 90 Kilowatt-Peak in Betrieb. Bis Herbst 2026 soll die Anlage auf 6,3 Megawatt-Peak erweitert werden und rund 35 Prozent des Strombedarfs der Bergbahnen Sölden decken.

„Die Klimaveränderung macht an keiner Landesgrenze halt – und sie betrifft den Alpenbogen besonders stark“, sagte Anton Mattle, Landeshauptmann von Tirol in Innsbruck, bei der Preisverleihung. Projekte wie Helioplant würden zeigen, dass Innovation und Verantwortungsbewusstsein zusammenwirken können.
Nachhaltiger Tourismus als Geschäftsmodell
Das OLM Nature Escape im Südtiroler Ahrntal zählt laut den Veranstaltern zu den ersten nahezu energieautarken Eco-Aparthotels im Alpenraum. Das Energiekonzept basiert auf 1.200 Photovoltaikmodulen, 126 Erdwärmesonden und Wasserkraft. Gemeinsam erzeugen die Anlagen demnach rund 600.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr und decken einen Großteil des Eigenbedarfs.

Darüber hinaus verweist die Aussendung auf eine Auslastung von 87,5 Prozent sowie auf eine starke regionale Verankerung des Betriebs. Von 22 Beschäftigten stammen demnach 18 aus der unmittelbaren Umgebung. Karin Seiler, Geschäftsführerin der Tirol Werbung in Innsbruck und Präsidentin von AlpNet, bezeichnete das Projekt als Beispiel dafür, wie sich touristische Angebote mit ökologischer Verantwortung und wirtschaftlicher Entwicklung verbinden lassen.
Jury bewertete 75 Einreichungen
Die siebenköpfige Fachjury sichtete 26 Projekte in der Kategorie „Lebensraum Tirol“ und 49 Einreichungen in der Kategorie „Tourismus“. Den Vorsitz hatte Hubert Siller, Leiter von MCI Tourismus in Innsbruck. Bewertet wurden unter anderem die tatsächliche Umsetzung, die erzielte Wirkung sowie die Möglichkeit, die Konzepte auf andere Regionen oder Anwendungsbereiche zu übertragen. Der Alps Future Award soll Initiativen sichtbar machen, die ökologische Verantwortung, wirtschaftliche Innovation und gesellschaftliche Wirkung miteinander verbinden und damit zur nachhaltigen Entwicklung des Alpenraums beitragen.