Salzburg Congress, Loxone Campus, Austria Center Vienna: Wer in Österreich Tagungen und Kongresse ausrichtet, kämpft längst nicht mehr nur um Sitzplätze, sondern um ein Image als Innovationsstandort. Das zeigte sich am 22. Juni 2026 im Ferry Porsche Congress Center in Zell am See, wo Tourismus-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner den siebenten Österreichischen Innovationspreis Tourismus (ÖIT) verlieh, diesmal an sieben Standorte in drei Größenklassen, von denen einer für eine Überraschung sorgte. Aber der Reihe nach.-
Der Wettbewerb, gemeinsam von Bund und Bundesländern ausgelobt, prämiert Veranstaltungsstätten, die mit Professionalität, Innovationskraft und Nachhaltigkeit zeigen, wohin sich der heimische Kongress- und Tagungstourismus entwickeln kann. Zehetner nutzte die Verleihung, um Zahlen zu präsentieren, die die Branche selbst gerne zitiert: 2025 wurden rund 1,9 Millionen Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei Kongressen, Firmentagungen und Seminaren gezählt, mit 4,26 Millionen Nächtigungen ein neuer Höchstwert. Veranstaltungen dieser Art, so die Staatssekretärin, füllen Hotels und Gastronomie weit über den eigentlichen Anlass hinaus, schaffen Arbeitsplätze und stärken die regionale Wertschöpfung.
Drei Kategorien nach Veranstaltungsgröße
Die Vergabe richtete sich nach der maximalen Kapazität des größten Veranstaltungsraumes je Location – gestaffelt in drei Kategorien.
In der Kategorie von 10 bis 200 Teilnehmer*innen gewann der BioArt Campus in Salzburg und erhielt damit ein Preisgeld von 5.000 Euro. Die Jury würdigte das Projekt als einzigartiges Vorzeigeprojekt für das Bioland Salzburg, das durch seine Multifunktionalität und seine konsequente Ausrichtung auf die Region überzeuge. Den zweiten Platz und 3.000 Euro Preisgeld holte Hannersberg im Burgenland, den dritten Platz mit 2.000 Euro die Propstei St. Gerold (Kloster Einsiedeln) in Vorarlberg.
In der Kategorie von 201 bis 1.000 Teilnehmer*innen setzte sich der Loxone Campus in Oberösterreich durch und erhielt ebenfalls 5.000 Euro Preisgeld. Die Jury hob besonders das innovative Element hervor: Der Innovation Hub mache intelligente Gebäudeautomation erlebbar und zeige, wie Innovation, Architektur und Tourismus zu einem zukunftsweisenden Gesamterlebnis verschmelzen. Den zweiten Platz (3.000 Euro) erreichte das Congress Center Baden in Niederösterreich, den dritten Platz (2.000 Euro) teilten sich die Lechwelten in Vorarlberg und die Halle E+G in Wien.
In der Kategorie über 1.000 Teilnehmer*innen gab es einen Doppelsieg: Das Austria Center Vienna in Wien und das Festspielhaus Bregenz in Vorarlberg holten sich ex aequo den ersten Platz, beide mit einem Preisgeld von 5.000 Euro. Beim Austria Center Vienna lobte die Jury, dass das Haus selbst das im Kongressgeschäft gut verankerte Wien als Top-Standort für Weltkongresse interessant mache und Innovation mit Modernisierung, Digitalisierung und Nachhaltigkeit in der heimischen Tourismusbranche vorantreibe. Das Festspielhaus Bregenz überzeugte die Jury mit seiner hohen Innovationskraft, etwa als Mitinitiator von micelab:bodensee, mit dem es die internationale Kongressbranche aktiv mitgestalte und sein Know-how als Open Source teile. Zudem setze das Haus als Leuchtturmprojekt der Marke Vorarlberg neue ökologische Standards: 70 Prozent des Energiebedarfs werden durch Erdwärme, Seewasser und eigene Stromerzeugung gedeckt. Den dritten Platz (2.000 Euro) belegte das scalaria eventresort in Oberösterreich.
Alle Preisgelder werden zu gleichen Teilen vom Bund und vom jeweiligen Bundesland zur Verfügung gestellt.
Weitere Anerkennungsurkunden
Anerkennungsurkunden gingen außerdem an:
Forstliche Ausbildungsstätte Ossiach – FAST Ossiach (Kärnten),
Steigenberger Hotel & Spa Krems (Niederösterreich),
DOPA3 – Premium Lounge (Oberösterreich),
Seminar- und Eventcenter „Weitblick“ im Genuss Gasthaus Kohlröserlhütte (Steiermark),
coolnest Design Hotel (Tirol),
Strandbar Herrmann (Wien),
Hotel Sandwirth (Kärnten),
Kavalierhaus Klessheim (Salzburg),
IMLAUER Hotel Schloss Pichlarn (Steiermark),
Rasmushof Hotel Kitzbühel (Tirol),
Ferry Porsche Congress Center (Salzburg),
Congress Innsbruck,
Messe Innsbruck und
congresspark igls (Tirol).