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Die Kollektivvertragsverhandlungen 2026 für das Hotel- und Gastgewerbe sind ohne Einigung zu Ende gegangen. Die Arbeitgeberseite hatte zuletzt eine Erhöhung der Mindestlöhne um durchschnittlich drei Prozent angeboten, in der untersten Lohngruppe sogar um 3,4 Prozent. Die Gewerkschaft vida lehnte das Angebot nach einer umstrittenen Mitgliederbefragung ab.

Die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) verweist auf die Lohnentwicklung der vergangenen vier Jahre: Bei einer kumulierten Inflation von 24,8 Prozent seien die kollektivvertraglichen Löhne und Gehälter im selben Zeitraum um 27,1 Prozent gestiegen, in der untersten Lohngruppe sogar um 28,6 Prozent. Hinzu kämen strukturelle Zugeständnisse der Arbeitgeberseite aus den vergangenen beiden Jahren, darunter Sonderzahlungen auf Ist-Lohn-Basis und ein flächendeckender Nachtarbeitszuschlag.

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Am 29. Mai hatten die Arbeitgebervertreter nach Angaben der Fachverbände ein Letztangebot vorgelegt, das wirtschaftliche Rahmenbedingungen und soziale Aspekte berücksichtigen sollte. Die Gewerkschaft lehnte es zunächst ab und ließ anschließend eine, wie sie es nennt, basisdemokratische Mitgliederbefragung durchführen, die bis zum 23. Juni 2026 lief. Das Ergebnis: erneute Ablehnung.

Fragwürdige Methodik der Befragung

Die Arbeitgeberseite stellt die Aussagekraft dieser Abstimmung infrage. Die Online-Befragung sei öffentlich zugänglich gewesen, unabhängig von einer tatsächlichen Beschäftigung im Hotel- und Gastgewerbe oder einer Gewerkschaftsmitgliedschaft. Technische Vorkehrungen gegen Mehrfachteilnahme habe es nicht gegeben. „Die Seriosität der Umfrage ist somit mehr als fragwürdig“, erklärten die Obleute Rainer und Imlauer.

Die Wirtschaftskammer betont, mit dem Angebot der Forderung der Gewerkschaft in der untersten Lohngruppe bis auf 0,1 Prozentpunkte entgegengekommen zu sein. „Wir müssen leider zur Kenntnis nehmen, dass die arbeitgeberseitigen Zugeständnisse zum Ausreizen des wirtschaftlichen Spielraums trotz schwieriger Rahmenbedingungen für die Gewerkschaft nicht ausgereicht haben, um einen KV-Abschluss zu erwirken“, so Rainer und Imlauer abschließend.

Gewerkschaft verweist auf Kaufkraftverlust

Die vida begründet ihre Ablehnung mit der Teuerung im Tourismus, die seit 2022 kumuliert rund 38,4 Prozent betragen habe, während die Löhne nicht im selben Ausmaß gestiegen seien. Zudem weist die Gewerkschaft Klagen über einen Arbeitskräftemangel zurück und spricht von einer hausgemachten Attraktivitätskrise der Branche.
Aus Sicht der Arbeitgeberseite blendet diese Argumentation aus, dass die Lohnentwicklung der vergangenen Jahre die Inflation bereits deutlich überstiegen hat und zusätzliche kollektivvertragliche Leistungen hinzukamen, die in der öffentlichen Debatte kaum Erwähnung finden.

Keine Einigung, keine neue Lohntabelle

Ein neuer Verhandlungstermin steht derzeit nicht fest. Für Betriebe bedeutet das Scheitern der Verhandlungen, dass weiterhin die Lohn- und Gehaltstabellen des letzten Abschlusses gelten, die seit 1. Mai 2025 in Kraft sind. Das Letztangebot der Arbeitgeberseite ist auf der Serviceplattform der Fachverbände einsehbar und kann Betrieben als Orientierung für freiwillige Lohn- und Gehaltserhöhungen dienen.